Air Berlin vollzieht zweite Kapitalerhöhung

10.06.2009 12:17 Uhr
Air Berlin Flugzeug
4,5 Millionen neue Aktionen sollen Air Berlin eine Kapitalerhöhung von rund 16 Millionen Euro einbringen.
©Foto: Leisure Cargo

4,5 Millionen neue Aktien werden ausgegeben / Kapitalerhöhung um knapp 16 Millionen Euro / Gesellschaft hält an Ergebniszielen fest

Berlin/London. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hält mitten in der Branchenflaute weiter an ihrem Ergebnisziel fest. Für dieses Jahr werde trotz allgemein sinkender Passagierzahlen „ein besseres operatives Ergebnis“ angestrebt, sagte Vorstandschef Joachim Hunold am Mittwoch auf der Hauptversammlung am Flughafen London-Stansted. Im Vorjahr war vor Zinsen und Steuern ein operativer Gewinn von 14,2 Millionen Euro ausgewiesen worden. „Wir profitieren sehr stark von der Krise, wenn auch insgesamt die Passagierzahlen rückläufig sind.“ Impulse gebe es bei Geschäftsreisenden. Um sich zusätzliche Stabilität zu verschaffen, setzt Air Berlin eine zweite Kapitalerhöhung binnen weniger Tage um. Dafür sollen 4,5 Millionen neue Aktien voraussichtlich an diesem Donnerstag ausgegeben werden, wie das Unternehmen kurz vor dem Aktionärstreff mitteilte. Die Aktion war in der vergangenen Woche angekündigt worden. Von den neuen Papieren gehen vier Millionen an den türkischen Großaktionär ESAS, 350.000 an den Aufsichtsratsvorsitzenden Johannes Zurnieden sowie 150.000 an Hunold. Damit sollen knapp 15,8 Millionen Euro in die Kasse fließen. Am vergangenen Donnerstag hatte eine erste Kapitalerhöhung schon 23 Millionen Euro eingebracht. Der ESAS-Manager Ali Sabanci wurde einstimmig als Mitglied des Aufsichtsrats bestätigt. Der Einstieg der ESAS Holding bei Air Berlin war Ende März verkündet worden. Ende April gab das Bundeskartellamt grünes Licht für die Übernahme von 15,3 Prozent der Anteile. Sabanci ist auch Chef der Fluglinie Pegasus, die zur ESAS Holding gehört. Kein Druck bei Überkreuzbeteiligung Bei Eingliederung der Tochter LTU sei es gelungen, den Ertrag auf den beibehaltenen Langstrecken zu verbessern, sagte Hunold. Ob Air Berlin eines Tages wieder verstärkt in den Geschäftsverkehr auf Interkontinentalstrecken einsteigen könne, sei von der weiteren Marktentwicklung abhängig. Ein im vergangenen Jahr nach kurzer Zeit wieder eingestelltes China-Angebot habe 32 Millionen Euro gekostet. Bei der vereinbarten Überkreuzbeteiligung mit der TUI-Tochter TUIfly bestehe angesichts des noch ausstehenden Kartellamtsvotums kein Druck. „Unsere zeitliche Planung ist so ausgerichtet, dass wir dabei nicht unter Stress geraten.“ Aktionäre kritisierten, dass sie mit anderen Fluggesellschaften zum englischen Tagungsort anreisen mussten, weil Air Berlin nicht mehr direkt von Berlin nach London fliegt. Sie forderten erneut eine Verlegung der Hauptversammlung nach Berlin. Zurnieden wies dies mit der Begründung zurück, dass die Gesellschaft in England gemeldet sei. (dpa)

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