Mit der schrittweisen Abschaltung der 2G-Mobilfunknetze in Europa stehen viele Transportunternehmen vor einer technischen Umstellung. Darauf weist der EETS-Betreiber Toll4Europe hin, ein Joint Venture zwischen T-Systems, Daimler Truck, DKV und Shell.
Betroffen sind demnach ältere On-Board Units (OBU), die für die Mauterfassung weiterhin auf den Mobilfunkstandard GSM setzen. Das Problem: Sobald das jeweilige Netz in einem Land abgeschaltet wird, können diese Geräte keine Daten mehr übertragen, obwohl sie technisch weiterhin funktionsfähig sind.
Zusätzlich erschwert wird die Situation für international tätige Flotten durch unterschiedliche Abschalttermine in den europäischen Ländern. Für Fahrzeuge, die regelmäßig grenzüberschreitend unterwegs sind, zähle nicht der späte Stichtag im eigenen Heimatland, sondern der früheste Abschalttermin auf der gesamten Route, betont Toll4Europe. Sobald ein einziges durchfahrenes Netz nicht mehr erreichbar ist, entstehe dort eine kritische Kommunikationslücke bei der Mauterfassung.
Unterschiedliche Abschalttermine in Europa
Die Migration von 2G auf neuere Mobilfunkstandards verläuft allerdings europaweit unterschiedlich schnell. Akuter Handlungsbedarf besteht für alle, die in die Schweiz unterwegs sind. Nach einer Übergangsfrist endet die Nutzung des GSM-Netzes jetzt endgültig zum 1. Oktober 2026. Für Fahrten in der Schweiz können dann nur noch 4G-fähige Mautboxen verwendet werden. Darauf weist DKV Mobility hin.
Frankreich ist als nächstes dran
In Frankreich folgt der schrittweise Rückbau der Mobilfunknetze durch die einzelnen Provider bis Ende des Jahres 2026. In den Niederlanden planen die Netzbetreiber den Ausstieg schrittweise bis Ende 2027.
Etwas mehr Zeit bleibt hierzulande: So geht die deutsche Bundesnetzagentur von einer schrittweisen Abschaltung ab Mitte 2028 aus. Während die Telekom die Abschaltung des 2G-Netzes voraussichtlich zum 30. Juni 2028 anstrebt, plant Vodafone die 2G-Abschaltung im September 2028. Telefónica hat die 2G-Abschaltung für Ende 2028 angekündigt.
Es gibt aber auch vereinzelt Länder, die sich noch mehr Zeit lassen: In Litauen soll das GSM-Netz nach aktuellem Stand der Betreiber erst bis spätestens 2030 vollständig abgeschaltet werden.