Lkw auf der Autobahn

Das Thüringer Verkehrsgewerbe verlangt, die Kabotage-Regelungen für den Straßengüterverkehr zum Schutz regionaler Anbieter auszusetzen (Symbolbild)

©Patrick Seeger/dpa/picture-alliance

Thüringer Fuhrunternehmer fordern Schutz vor Billigkonkurrenz

Aufgrund der aktuell ruinösen Frachtpreise verlangt Hauptgeschäftsführer Kammer, dass geltende Kabotage-Regelungen außer Kraft gesetzt werden sollten. Andernfalls seien Existenzen gefährdet.

Erfurt. Das Thüringer Verkehrsgewerbe hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) angesichts der Corona-Krise um Schutz vor Billigkonkurrenz gebeten. Durch den derzeitigen Einbruch der Wirtschaft gebe es ein hohes Angebot an Laderaum, erklärte Hauptgeschäftsführer Martin Kammer am Mittwoch in Erfurt. „Das führt dazu, dass ruinöse Frachtpreise im innerdeutschen Güterverkehr angeboten werden.“

Vor allem Speditionen aus Osteuropa stellten billigen Laderaum zur Verfügung. „Daher müssen die Kabotage-Regelungen, also die Möglichkeit für Transporte innerhalb eines Landes durch ausländisches Verkehrsunternehmen, zum Schutz regionaler Anbieter ausgesetzt werden“, begründete er seine Forderung. Es gehe um das Überleben klein- und mittelständiger Fuhrunternehmen, betonte Kammer demnach in einem Brief an Scheuer.  (dpa/sn)

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  • 03.04.2020

    Vogtländer

    Auf den Einfall, die
    Kabotagegesetze in der momentanen Lage zugunsten einheimischer Fuhrunternehmen zu ändern um diese zu schützen, sollten unsere hochbezahlten Politiker und ihre Berater selbst kommen.

  • 02.04.2020

    Stefan Himmighofen

    Vollkommen korrekt die Forderung! Der Preiskampf findet definitiv weit unter der Gürtellinie statt. Es wäre Betrug am Bürger, Steuergelder zum Stützen der mittelständischen Wirtschaft auszuschütten (was richtig ist!) und auf der anderen Seite osteuropäischen Unternehmen das Geschäft zu überlassen.

  • 03.04.2020

    Mark Zimmermann

    Die werden auch so Kabotage fahren, ob erlaubt oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden ist so gering und nach der Tour verschwinden die Frachtpapiere einfach. Hinzu kommt noch das es an der Ladestelle auch niemanden interessiert. Hauptsache die Ladung ist unterwegs

  • 03.04.2020

    Micha

    Es ist kaum möglich als kleiner Fuhrunternehmen noch Gewinne zu erzielen wartend sich die osteuropaeer eine goldene Nase verdienen

  • 03.04.2020

    Reiner

    Vorige Woche wollte die Regierung die Kabotage frei geben, diese Woche soll Sie, mit Recht, ausgesetzt werden. Ob Herr Kammer oder Andere aus der Verkehrslobby, es werden keine Änderungen erreicht, da Einigkeit, Mut, Erfahrung und Gemeinsamkeit im Kampf gegen die Ahnungslosigkeit in der Regierung und in der breiten Masse fehlt. Mir ist auch kein Fall bekannt, dass die Verkehrsverbände schon einmal etwas Wesentliches zur Verbesserung des Güter- und Personenverkehr erreicht hätten. Ich war selbst viele Jahre Transportunternehmen in Thüringen.

  • 03.04.2020

    markus henss

    So wird das aber leider kommen. Die hohen Herren haben sich doch noch nie um die Fuhrunternehmer gekümmert. Die osteuropäer fahren doch jetzt schon fast alles was sie in Deutschland bekommen können. Und der deutsche duckdichmichel schaut in die Röhre.


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