Hermes, Zusteller

Schwieriges Geschäft: Die Sendungsvolumen im KEP-Markt steigen zwar, aber die Zustelldienste nehmen pro Paket weniger ein

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Studie: Umsatz der KEP-Dienste pro Paket ist gesunken

Laut einer Untersuchung des Bundesverbands Paket und Expresslogistik transportieren die Zustellunternehmen in Deutschland zwar immer mehr Sendungen, erwirtschaften dabei aber zunehmend weniger Erlös.

Berlin. Der boomende Online-Handel treibt die Paketzahlen bei den Kurier-, Express,- und Paketdiensten (KEP) immer weiter nach oben. Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als 3,3 Milliarden Sendungen verarbeitet, 6,1 Prozent mehr als noch 2016, wie der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) jetzt mitteilte. Darin organisiert sind die Wettbewerber des Marktführers Deutsche Post DHL. Seit der Jahrtausendwende hat sich demnach das Sendungsvolumen nahezu verdoppelt. Und es wird in den kommenden Jahren noch mehr werden. Der Verband rechnet für 2022 mit rund 4,3 Milliarden Sendungen.

Eine solche Paketflut stellt die Zustellunternehmen vor große Probleme. Allein die Suche nach Fahrern erweist sich als wachsende Herausforderung, was die Lohnkosten in die Höhe treibt. Lieferwagen, die die Innenstädte verstopfen, verspätete Paketzustellungen und Kunden gehören zum Alltag. Mit verschiedenen Ansätzen versuchen die Unternehmen, die Probleme in den Griff zu bekommen. Bestehende Geschäftsprozesse werden durch digitale Innovationen und automatisieren Prozesse optimiert, zudem entstehen neue Geschäftsmodelle. In Berlin wollen fünf große Lieferdienste zum Beispiel Pakete künftig per Lastenrad zustellen.

Umsatz pro Sendung geht zurück

Solche Investitionen, die zunehmenden Paketmengen und der Preiskampf setzen die Branche auch finanziell unter Druck. Die Erlöse stiegen mit knapp fünf Prozent im vergangenen Jahr deutlich weniger als die Zahl der Sendungen. Bei 5,78 Euro lag der Studie zufolge der durchschnittliche Umsatz pro Sendung, sieben Cent weniger als noch 2016. Die Zustelldienste verdienten weniger pro Paket.

 Die Kunden haben hohe Ansprüche an eine zeitnahe Lieferung bis an die Haustür – kosten soll diese aber möglichst wenig, oder besser gar nichts. „Den erweiterten und verbesserten Leistungen der KEP-Dienstleister, etwa im Netzausbau und in der innovativen Zustellung, steht nach unserer Auffassung keine adäquate Zahlungsbereitschaft der Kunden gegenüber“, schreiben die Autoren. Schon lange fordern Zusteller wie Hermes Zusatzgebühren für die Zustellung direkt an die Haustür.

Händler wollen Preise niedrig halten

Doch die Großkunden, allen voran der Online-Handelsriese Amazon, sind daran interessiert, die Preise niedrig zu halten. Zudem verschärft Amazon mit dem Aufbau eines eigenen Zustelldiensts auch in Deutschland die Konkurrenz auf dem ohnehin schon umkämpften Markt.

Das bekam selbst der Marktführer DHL zu spüren. Über 1,3 Milliarden Pakete stellte der Konzern im vergangenen Jahr zu, fast 100 Millionen mehr als noch im Jahr zuvor. Dennoch gab DHL vor einigen Wochen eine Gewinnwarnung heraus und trennte sich von Jürgen Gerdes, der jahrelang das Brief- und Paketgeschäft verantwortet hatte. (dpa/ag)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special KEP – KURIER-, EXPRESS-, PAKETDIENSTE.

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