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Freie Fahrt für das größte Modernisierungsprogramm aller Zeiten bei der Bahn

©Picture Alliance/Jochen Eckel

Sanierungsprogramm für Schienennetz besiegelt

Mit der Rekordsumme von 28 Milliarden Euro sollen in den kommenen fünf Jahren Weichen, Brücken und Schienen saniert werden. Bahn und Bund unterzeichneten den Vertrag für das größte Modernisierungsprogramm aller Zeiten.

Berlin. Mit der Rekordsumme von 28 Milliarden Euro wollen der Bund und die Deutsche Bahn das Schienennetz in den kommenden fünf Jahren sanieren. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube haben dazu die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) unterzeichnet. Mit der LuFV wird deutlich mehr Geld in Ersatz, Erhalt und Modernisierung des Bestandsnetzes gegenüber früher investiert. Im Gegenzug setzt sich die Bahn Qualitätsziele; werden diese verfehlt, drohen Vertragsstrafen.

Mit der Vertragsunterzeichnung werde das größte Modernisierungsprogramm aller Zeiten bei der Bahn beschlossen, erklärte Grube. Die Deutsche Bahn beginne „sofort” mit der Umsetzung. Dobrindt zeigte sich überzeugt, dass das Sanierungsprogramm „das System Schiene” zukunftsfähig mache. Der CSU-Politiker hob hervor, mit der Vereinbarung gelte auch bei diesem Verkehrsträger der Finanzierungskreislauf „Schiene finanziert Schiene”. Die Deutsche Bahn will bis 2019 unter anderem 17.000 Kilometer Schiene, 8700 Weichen und mindestens 875 Brücken erneuern und dafür 1700 Mitarbeiter, insbesondere Ingenieure, zusätzlich einstellen. Durch das Sanierungsprogramm wird es an manchen Tagen bundesweit bis zu 850 Baustellen geben. Die Bahn verspricht, die Kunden würden rechtzeitig informiert, die Einschränkungen würden sich durch moderne Bauverfahren, Bündelung der Projekte und interne Absprachen in Grenzen halten.

Saniert werden beispielsweise die Strecken Hamburg-Hannover, auch viele Abschnitte in Nordrhein-Westfalen seien betroffen, wie Grube auf Fragen der VerkehrsRundschau betonte. Die Qualitätssicherung soll unter anderem durch Kennzahlen für den Zustand der Bahnbrücken festgelegt werden. Rigoros durchgreifen will Dobrindt, wenn die Bahn nicht rechtzeitig bis 2020 Flüsterbremsen in ihre Güterzüge einbaut, um den Schienenlärm zu reduzieren. Fahrverbote für Güterzüge seien dann möglich. Der bahnpolitische Sprecher der Grünen, Matthias Gastel, begrüßte das Modernisierungsprogramm, kritisierte aber eine unzureichende Kontrollmöglichkeit der Bahn durch den Bund. (jök)

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