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Unternehmen haben Rechnungen im ersten Halbjahr später bezahlt

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Der Zahlungsverzug im B2B-Bereich hat im ersten Halbjahr 2020 leicht zugenommen und ist je nach Branche sehr unterschiedlich
© Foto: eggeeggjiew/Adobe-Stock

Die Corona-Krise führt dazu, dass vor allem die Industrie und Exportwirtschaft sich mehr Zeit lassen. Verkehrs- und Logistikunternehmen haben Forderungen entgegen dem Trend früher als zuletzt beglichen.


Datum:
10.08.2020
Autor:
André Gieße
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Neuss. Die Corona-Krise beeinträchtigt zunehmend das Zahlungsverhalten der Unternehmen in Deutschland. Damit sehen sich Dienstleister und Lieferanten, die Rechnungsmuffeln indirekt Kredite einräumen, steigenden finanziellen Risiken gegenüber. Das berichtete nun die Wirtschaftsauskunftei Creditreform, die rund 3,5 Millionen Rechnungsbelege aus dem ersten Halbjahr 2020 ausgewertet hat. Verkehr- und Logistikunternehmen begleichen demnach Forderungen pünktlicher als zuletzt.

Laut dem Zahlungsindikator Deutschland erhöhte sich die durchschnittliche Verzugsdauer über alle Wirtschaftszweige hinweg in den ersten sechs Monaten minimal auf 10,82 Tage (zweites Halbjahr 2019: 10,78 Tage). Zugenommen haben demnach Zahlungsverzögerungen vor allem bei der Industrie und Exportbranchen, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen sind. Als Beispiele nennt Creditreform Geschäftstransaktionen mit der Chemieindustrie und der Grundstoffbranche (2,14 bzw. 1,63 Tage später als im ersten Halbjahr 2019). Am längsten sind die Zahlungsverzögerungen weiterhin für die Gläubiger von Baubetrieben, die im Schnitt 16,35 Tage überfällig waren.Verkehrs- und Logistikunternehmen zahlten entgegen diesem Trend nach 12,44 Tagen und damit 3,18 Tage früher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Großunternehmen lassen sich weiterhin viel Zeit

Die durchschnittliche Forderungslaufzeit lag im ersten Halbjahr mit 42,88 Tage laut Creditreform leicht unter dem Vorjahreswert (43,11 Tage). Sie setzt sich aus dem Zahlungsziel und einem eventuellen Zahlungsverzug zusammen. Im Schnitt erhalten Unternehmen also rund 1,5 Monate nachdem sie ihre Leistung erbracht haben ihr Geld. In den zurückliegenden Monaten hat die Kürzung der Zahlungsziele durch auf 32,06 Tage (1. Halbjahr 2019: 32,33) aus Sicht der Analysten verhindert, dass die Außenstände weiter ansteigen. Debitoren aus industrienahen Bereichen wie die Chemie-, Metall- und Elektrobranche, die in der Corona-Krise stark betroffen sind, verursachten gegen den Trend aber längere Forderungslaufzeiten, was die Liquidität ihrer Kreditgeber im Gegenzug belastete.

Insgesamt hat die Corona-Krise die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen aus Sicht von Creditreform verschlechtert. Es drohe eine Kettenreaktion vor allem in stark verflochtenen Wirtschaftsbereichen bis hin zu vermehrten Insolvenzen. Dazu gehört auf die Transport- und Logistikbranche. Um den gestiegenen Ausfallrisiken entgegenzuwirken, haben Dienstleister und Lieferanten gemäß der Untersuchung ihre Zahlungsziele auf 27,23 Tage gekürzt. Insbesondere kleineren Unternehmen wurden demzufolge nicht mehr so lange Zahlungsziele eingeräumt. Ausnahmen gelten weiterhin für große Auftraggeber mit mehr als 250 Beschäftigten. Wer mit ihnen Geschäfte macht, musste nach Angaben von Creditreform zuletzt durchschnittlich 45,27 Tage auf sein Geld warten. (ag)

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