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Manager sichern sich nicht ausreichend gegen Haftungsrisiken ab

Compliance-Richtlinien setzen viele Manager unter Druck
© Foto: Fotolia/Jens Schmidt

Eine aktuelle Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Kanzlei Kerkhoff Legal zeigt schwere Mängel in Unternehmen im Bereich Compliance auf


Datum:
16.09.2011
Autor:
Eva Hassa
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Allensbach. Für rund 80 Prozent der deutschen Unternehmen hat das Thema „Compliance" einen hohen Stellenwert. Fast die Hälfte der Firmen (41 Prozent) mit einem Jahresumsatz von über 250 Millionen Euro räumt dem Thema sogar einen „sehr hohen" Stellenwert ein. Trotzdem verfügen 65 Prozent über kein Compliance-Management-System, 42 Prozent nicht einmal über eine Compliance-Richtlinie, weil ihnen das meist „zu teuer" ist. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 253 deutschen Unternehmen durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Kanzlei Kerkhoff Legal.

„Manager in Unternehmen, die keine Compliance-Maßnahmen getroffen haben, setzen sich heute einem großen Risiko aus", warnt Sabrina Keese, Partnerin bei Kerkhoff Legal. Grund: nach aktueller Rechtsgrundlage können Manager bis zu zehn Jahre nach dem Ausscheiden aus einem Unternehmen für getroffene Entscheidungen haftbar gemacht werden. Dies schließe auch Entscheidungen der nächsten Management-Ebene ein, für die das obere Management Verantwortung getragen hat. Keese empfiehlt deshalb „durch klar definierte Regelungen das Haftungsrisiko möglichst gering zu halten".

Hinzu kommt, dass viele Firmen zwar Compliance-Richtlinien definiert haben, was erlaubt ist und was nicht. Allerdings legen sie laut der Befragung 54 Prozent der befragten Unternehmen nicht dar, was bei einem Verstoß passieren soll. Dazu Sabrina Keese: „Eine Compliance-Richtlinie zu erstellen ist stets der erste und richtige Schritt". Die beste Richtlinie nütze aber nichts, so die Anwältin, wenn keine eindeutigen Prozesse definiert werden, wie Verstöße zu ahnden sind. Am Ende bleibt die Verantwortung dann doch wieder bei den Vorgesetzten hängen." Dies bestätigt die Befragung durch das Institut für Demoskopie Allensbach: In 54 Prozent der Fälle müssen sich Vorgesetzte verantworten, wenn Mitarbeiter gegen die Compliance-Richtlinie verstoßen.

Compliance-Management-Systeme (CMS) enthalten sowohl die in der Richtlinie definierten Vorschriften, ein ständiges Controlling dieser Vorschriften sowie Maßnahmen, wie mit Verstößen umzugehen ist. Unternehmen, die ein solches CMS implementiert haben, bündeln darin den Umgang mit Themen wie Korruption (64 Prozent halten das für „sehr wichtig"), Datenschutz (63 Prozent), wettbewerbswidrige Absprachen (55 Prozent), Interessenkonflikte des Unternehmens genauso wie von einzelnen Mitarbeitern (32 Prozent), die Annahme von Geschenken oder Einladungen (26 Prozent) ebenso wie ethische Grundsätze (23 Prozent). Weitere Informationen unter www.kerkhoff-legal.com. (eh) 

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