Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland angesichts der Folgen des Iran‑Krieges spürbar nach unten korrigiert. Nur wenige Monate nach der letzten Anhebung revidierte der IWF seine Einschätzung: Für 2026 erwartet die Organisation nun ein Wachstum von 0,8 Prozent. Im Januar hatten die Konjunkturexperten ihre Prognose noch auf 1,1 Prozent erhöht.
Als Hauptgrund nennt der IWF insbesondere die gestiegenen Energiepreise, die nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch die globale Konjunktur belasten dürften.
Auch 2027 schwächeres Wachstum erwartet
Die höheren Energiepreise und die anziehende Inflation wirken sich nach Einschätzung des IWF auch auf die weitere Entwicklung aus. Für 2027 rechnet der Fonds in Deutschland nur noch mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. Damit liegt die neue Prognose 0,3 Prozentpunkte unter der bisherigen Einschätzung.
Der IWF betont jedoch, dass diese Annahmen nur unter der Voraussetzung gelten, dass der Krieg zeitlich, regional und in seiner Intensität begrenzt bleibt und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen.
Bundesregierung dürfte Prognose ebenfalls senken
Auch die Bundesregierung dürfte ihre Wachstumsannahmen anpassen. Bisher geht Berlin für 2026 von einem Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent aus. Die Frühjahrsprojektion bildet die Grundlage für die kommende Steuerschätzung.
Mehrere führende Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt bereits auf 0,6 Prozent gesenkt.
Abschwächung auch in Eurozone und weltweit
Nicht nur für Deutschland fällt der IWF vorsichtiger aus. Für die Weltwirtschaft rechnet die Organisation in diesem Jahr mit einem Wachstum von 3,1 Prozent. Im Januar lag die Schätzung noch bei 3,3 Prozent. Für 2027 erwartet der IWF ein Plus von 3,2 Prozent, womit das globale Wachstum unter dem Niveau der Vorjahre bleiben würde.
Auch die Eurozone ist betroffen: Für 2026 geht der IWF nun von 1,1 Prozent Wachstum aus, nach zuvor 1,3 Prozent. Für 2027 wurde die Prognose von 1,4 auf 1,2 Prozent gesenkt.