Die Inflation in Deutschland hat sich im September deutlich beschleunigt. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit wurde der höchste Wert seit Ende 2023 erreicht.
Haupttreiber der Entwicklung waren erneut die Energiepreise. Insbesondere die stark gestiegenen Kosten für Kraftstoffe und Heizenergie wirken sich inzwischen spürbar auf Verbraucher und Unternehmen aus.
Im Jahresvergleich verteuerten sich Kraftstoffe und Haushaltsenergie um 14,9 Prozent. Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen auf den internationalen Energiemärkten. Die Sorge um die globale Ölversorgung führte zuletzt zu einem deutlichen Anstieg der Rohölpreise.
An deutschen Tankstellen erreichten die Preise für Diesel und Benzin neue Höchststände. Für die Transport- und Logistikbranche bedeutet dies eine weitere Kostenbelastung, da Kraftstoff zu den wichtigsten Betriebsausgaben im Straßengüterverkehr zählt.
Steigende Energiekosten wirken sich nicht nur direkt auf Transportunternehmen aus. Höhere Preise für Kraftstoffe, Strom und Wärme verteuern entlang der gesamten Lieferkette zahlreiche Prozesse, darunter Transport, Lagerhaltung und Kühlung von Waren.
Ökonomen erwarten daher, dass viele Unternehmen die gestiegenen Kosten zunehmend an ihre Kunden weitergeben werden. Gleichzeitig lagen die Importpreise zuletzt deutlich über dem Vorjahresniveau, was den Preisdruck in den kommenden Monaten zusätzlich erhöhen könnte.
Hinzu kommen Belastungen durch die anhaltende Trockenheit und das Niedrigwasser auf wichtigen Verkehrswegen wie dem Rhein. Dadurch verteuern sich Transporte und Lieferungen in einzelnen Branchen zusätzlich.
Um die Belastungen für Autofahrer und Unternehmen zu begrenzen, tritt zum 1. Oktober erneut ein befristeter Tankrabatt in Kraft. Bis Jahresende sinken die Steuern auf Kraftstoffe um rund 17 Cent pro Liter.
Experten gehen davon aus, dass die Maßnahme die Inflationsrate in den kommenden Monaten etwas dämpfen wird. Erfahrungen aus früheren Entlastungspaketen zeigen jedoch, dass der Effekt nach dem Auslaufen solcher Maßnahmen meist schnell wieder verschwindet.
Die Europäische Zentralbank beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Da die Inflation sowohl in Deutschland als auch im Euroraum weiterhin deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent liegt, rechnen viele Volkswirte mit weiteren Zinsschritten.
Höhere Leitzinsen verteuern Kredite für Unternehmen und private Haushalte, sollen jedoch gleichzeitig die Nachfrage bremsen und den Preisauftrieb abschwächen.
Für die Transport- und Logistikbranche entsteht damit ein doppelter Druck: Einerseits steigen die laufenden Betriebskosten durch teure Energie, andererseits verteuern sich Investitionen in Fahrzeuge, Infrastruktur und Logistikstandorte durch höhere Finanzierungskosten.