Die deutschen Exportunternehmen blicken einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge so positiv in die Zukunft wie seit Jahren nicht mehr. Im August stieg der entsprechende Index des Münchner Instituts auf plus 9,6 Punkte, nach minus 2,8 Punkten im Juli. „Dies ist der höchste Wert seit Februar 2022 und der stärkste Anstieg seit Juni 2020“, teilte das Ifo-Institut mit. Im Februar 2022 hatte der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen, der die exportorientierte deutsche Wirtschaft massiv belastete.
Exporte nach China schwächeln
„Die Exportwirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagte Ifo-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe zu der aktuellen Entwicklung. „Insbesondere die Ausfuhr in die EU boomt, während die Exporte nach China weiter schwächeln.“ Optimistisch sind demnach besonders die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen. Als Gründe nennt das Ifo die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft und die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz.
Autoindustrie zeigt sich optimistischer
Selbst die schwer angeschlagene Automobilindustrie schätzt ihre Exportaussichten demnach deutlich optimistischer ein. Auch Hersteller von Metallerzeugnissen entwickeln neue Zuversicht. Schlechter sieht es laut Ifo beim Papiergewerbe sowie bei Unternehmen in der Metallerzeugung und -bearbeitung aus, sie rechnen mit rückläufigen Exporten.
Wirtschaftsleistung wächst
Am Dienstag, 25.August, hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent zugelegt habe und damit um 0,1 Punkte mehr als zunächst erwartet. Das Wachstum liegt vor allem an starken Exporten sowie hohen Unternehmensgewinnen und einer Belebung am Bau.