E‑Rechnung: Fehler können teuer werden

19.06.2026 08:37 Uhr | Lesezeit: 3 min
E-Rechnung
E‑Rechnungspflicht setzt Betriebe unter Druck
© Foto: metamorworks/ AdobeStock

Die E‑Rechnung ist Pflicht, doch viele Unternehmen sind nicht vorbereitet. Fehler können Vorsteuerabzug und Zahlungsfluss gefährden.

E‑Rechnungspflicht setzt Unternehmen unter Handlungsdruck

Die Einführung der E‑Rechnungspflicht in Deutschland stellt viele Unternehmen weiterhin vor Herausforderungen. Obwohl erste Vorgaben bereits seit 2025 gelten, sind zahlreiche Betriebe noch nicht ausreichend auf die Umstellung vorbereitet.

Dabei drohen spürbare finanzielle Folgen: Wer zentrale Anforderungen nicht erfüllt, riskiert unter anderem den Verlust des Vorsteuerabzugs.

Vorsteuerabzug hängt am richtigen Format

Eine zentrale Neuerung betrifft die Behandlung von Rechnungen im Umsatzsteuerrecht. Der Vorsteuerabzug ist künftig an ein konformes elektronisches Rechnungsformat geknüpft.

Fehlt dieses oder weist die Rechnung inhaltliche Fehler auf, kann die Vorsteuer nicht geltend gemacht werden. Besonders kritisch: Beim Empfang von E‑Rechnungen gibt es keine Übergangsfrist – Unternehmen müssen bereits jetzt entsprechende Systeme einsetzen.

Fehleranfällige hybride Rechnungen

In der Praxis entstehen häufig Probleme bei sogenannten hybriden Rechnungen, die aus einer sichtbaren Darstellung (z. B. PDF) und einem strukturierten Datensatz bestehen.

Entscheidend für die steuerliche Anerkennung ist jedoch ausschließlich der strukturierte Datenteil. Stimmen die Inhalte nicht überein oder werden Buchungen auf Basis des falschen Dokuments vorgenommen, können erhebliche Fehler in der Finanzbuchhaltung entstehen.

Übergangsfristen nähern sich dem Ende

Für den Rechnungsversand gelten aktuell noch begrenzte Übergangsregelungen. Papier- und PDF‑Rechnungen sind vielfach noch bis Ende 2026 zulässig.

Ab 2027 wird die Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung für größere Unternehmen deutlich ausgeweitet. Gleichzeitig wird die Zahl eingehender E‑Rechnungen weiter steigen.

Risiko für Liquidität und Prozesse

Die Folgen reichen über steuerliche Aspekte hinaus. Unternehmen riskieren auch verzögerte Zahlungseingänge, wenn Rechnungen nicht den Anforderungen entsprechen. Geschäftspartner können solche Rechnungen zurückweisen – mit direkten Auswirkungen auf die Liquidität.

Digitalisierung wird weiter voranschreiten

Die E‑Rechnung gilt als Zwischenschritt in der Digitalisierung des Steuerwesens. Auf EU‑Ebene werden bereits weitergehende Systeme zur Meldung von Umsätzen vorbereitet.

Für Unternehmen bedeutet das, dass langfristig digitale und standardisierte Prozesse zum zentralen Bestandteil der Geschäftsabwicklung werden.


E‑Rechnung – typische Fehler vermeiden

Häufige Risiken im Alltag

  • Falsche Formate verhindern den Vorsteuerabzug
  • Abweichungen zwischen PDF und Datensatz bleiben unbemerkt
  • Rechnungen werden auf Basis des falschen Dokuments verbucht
  • Systeme können E‑Rechnungen nicht korrekt verarbeiten

Was Unternehmen jetzt tun sollten

  • Empfang und Verarbeitung von E‑Rechnungen technisch sicherstellen
  • Rechnungsprüfung auf strukturierte Daten ausrichten
  • zentrale Rechnungseingangsprozesse definieren
  • Software auf E‑Rechnungsfähigkeit prüfen und anpassen
  • Mitarbeiter gezielt schulen und sensibilisieren

Unternehmen sollten 2026 aktiv als Umstellungsphase nutzen – wer erst 2027 reagiert, riskiert Fehler, Zahlungsprobleme und unnötige Kosten.




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