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Creditreform: Unternehmen haben nur geringe Zahlungsprobleme

Die höchste Ausfallgefahr bestehe trotz Rückgängen weiterhin im Verkehr- und Logistiksektor (Symbolbild)
© Foto: Fleig/Eibner-Pressefoto/picture-alliance

Die Ausfallrate lag laut der Wirtschaftsauskunftei im vergangenen Jahr auf einem historischen Tief. Die größten Probleme gab es aber weiterhin im Verkehr- und Logistiksektor.


Datum:
27.09.2021
Autor:
Stephanie Noll
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Neuss. Trotz der Corona-Pandemie sind die Unternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr ihren Zahlungsverpflichtungen ungewöhnlich zuverlässig nachgekommen. Die Ausfallrate sei 2020 mit 1,14 Prozent auf einen historischen Tiefstand gefallen, berichtete die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Rating am Montag. Als Ausfall werten die Marktbeobachter Insolvenzverfahren sowie das Nichterfüllen von Zahlungsverpflichtungen.

Der Rückgang sei „auf die außergewöhnliche wirtschafts- sowie finanzpolitische Reaktion der Bundesregierung während der Pandemie zurückzuführen“, hieß es. Eine große Rolle habe in diesem Zusammenhang die vorübergehende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht gespielt.

Lage bei Mittelständlern und großen Unternehmen sieht anders aus  

Auch im laufenden Jahr erwartet Creditreform eine eher gedämpfte Entwicklung der Ausfallraten. „Dies liegt zum einen an noch laufenden staatlichen Unterstützungsmaßnahmen, zum anderen an der spürbaren konjunkturellen Erholung“, sagte Creditreform-Experte Benjamin Mohr. Allerdings bestehe bei allen Konjunkturprognosen eine extrem hohe Unsicherheit.

Entgegen der deutlichen Verringerung der Ausfälle auf gesamtwirtschaftlicher Ebene stelle sich die Situation bei den mittelständischen und großen Betrieben etwas anders dar, heißt es in der Studie. Die Ausfallraten bei den mittelgroßen Unternehmen (ab 50 Millionen Euro Umsatz) und bei den großen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 250 Millionen Euro hätten vor allem aufgrund von Zahlungsrückständen vergleichsweise deutlich zugelegt.

Höchste Ausfallquote bei Verkehr und Logistik

In der Grundstoffindustrie, zu der unter anderem Chemie- und Energiewirtschaft gehören, gebe es die geringsten Ausfallrisiken. Die höchste Ausfallgefahr bestehe trotz Rückgängen weiterhin im Verkehr- und Logistiksektor. Bei den konsumnahen Dienstleistern seien die Ausfallquoten deutlich gefallen.

Unternehmen in den ostdeutschen Bundesländern seien in der Tendenz weniger ausfallgefährdet als Firmen in den westdeutschen Ländern. Angeführt werde das Ranking mit Blick auf die geringsten Ausfallrisiken wie in den vergangenen Jahren von Thüringen, dicht gefolgt von Sachsen. Berlin habe mit 1,75 Prozent auch 2020 die höchste durchschnittliche Ausfallrate aller Länder gehabt. In den ländlichen Regionen sei die Ausfallgefahr nach wie vor geringer als in Städten und Ballungsräumen. (dpa/sn)

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