Die CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft verlangt vom Bund deutlich höhere Investitionen in die verteidigungsrelevante Infrastruktur des Hamburger Hafens. Der rot-grüne Senat müsse sicherstellen, dass Hamburg angemessen von den vorgesehenen Bundesmitteln profitiere, erklärte die hafenpolitische Sprecherin der CDU, Antonia Goldner. Ein entsprechender Antrag soll in der Bürgerschaftssitzung am kommenden Mittwoch (14. Januar 2026) beraten werden.
Hafen als strategische Schlüsselressource
Angesichts der sicherheitspolitischen Lage komme dem Hamburger Hafen eine zentrale Rolle zu, betonte Goldner gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Hafen müsse im Spannungs- oder Verteidigungsfall leistungsfähig und widerstandsfähig sein. Dafür seien gezielte Investitionen in Infrastruktur und Sicherheit unerlässlich.
Vergleich mit Bremerhaven sorgt für Kritik
Die CDU verweist in diesem Zusammenhang auf Bremerhaven: Dort stellt der Bund in den kommenden Jahren 1,35 Milliarden Euro für den Ausbau der militärischen Hafeninfrastruktur bereit. Hamburg hingegen profitiere bislang nicht von vergleichbaren Förderungen. Aus Sicht der CDU ist dies angesichts der nationalen Bedeutung des größten deutschen Seehafens nicht nachvollziehbar.
Politischer Schlagabtausch auf Bundes- und Landesebene
Bereits im November hatte die Entscheidung des Haushaltsausschusses des Bundestages zugunsten Bremerhavens für politische Spannungen gesorgt. Die CDU warf Bürgermeister Peter Tschentscher vor, sich auf Bundesebene nicht ausreichend für den Hamburger Hafen eingesetzt zu haben. Die SPD wiederum kritisierte den maritimen Koordinator der Bundesregierung und Hamburger CDU-Bundestagsabgeordneten Christoph Ploß.
Küstenländer sehen massiven Investitionsbedarf
Unabhängig vom parteipolitischen Streit fordern die Küstenländer seit Jahren höhere Bundesmittel für die deutschen Seehäfen. Derzeit stellt der Bund insgesamt lediglich 38 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Nach Berechnungen des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) und des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) wären jedoch Investitionen von rund 500 Millionen Euro pro Jahr notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit der Häfen dauerhaft zu gewährleisten.