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Östereich: Straße bleibt wichtigster Träger des Güterverkehrs

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Österreich: Zentralverband Spedition & Logistik fühlt sich beim Mobilitätsmasterplan übergangen

Die österreichische Branche sieht die Zeit für Umsetzungen bis 2030 als sehr kurz bemessen an und verlangt eine Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs.

Wien. Der Zentralverband Spedition & Logistik kritisiert, dass die Vorschläge seiner Branche  zur Dekarbonisierung des Güterverkehrs von Regierungsseite bisher nicht angenommen worden seien. „Bedauerlich ist, dass man die Logistik- und Transportbranche bisher nicht in die Erarbeitung des Masterplans eingebunden hat“, klagt Verbandspräsident Alexander Friesz. „Das sehe ich kritisch, da etwa ein Verbot für Diesel-LKW unter 18 Tonnen 2030 und für alle Diesel-LKW  2035 eine Herkulesaufgabe darstellt, jedoch keine adäquaten Alternativen angeboten oder diskutiert werden.“

Der am vorigen Freitag von Verkehrsministerin Gewessler präsentierte Mobilitätsmasterplan 2030 soll die Grundlage für die Erreichung der Klimaneutralität in Österreich im Sektor Verkehr bieten. Ein großer Bereich des 68 Seiten starken Masterplans beschäftigt sich mit dem Güterverkehr und wie dieser CO2-neutral werden kann. Die dort erwähnten CO2-Bepreisungen, seien heikle Instrumente, die mit Bedacht gewählt werden müssten.

Technologien wie Wasserstoff betankte Brennstoffzellenfahrzeuge oder Hybridsysteme fänden zwar im Mobilitätsmasterplan Erwähnung, würden aber in der Umsetzung den Nachbarländern hinterherhinken, heißt es seitens des Zentralverbands. Zudem würde die kurze Zeitspanne bis 2030 immer weniger Spielraum für sinnvolle Maßnahmen bieten.

Straße bleibt wichtigster Träger des Güterverkehrs

Selbst wenn der von Bahn und Politik angestrebte Anteil von 40 % am Modal Split (2019: 28 %) erreicht werde, würde der Straßengüterverkehr bis 2040 laut einer aktuellen Studie des österreichischen Zentrums für Transportwirtschaft und Logistik um mehr als ein Fünftel steigen.

„Eine Entkoppelung des Güterverkehrswachstum vom Wirtschaftswachstum, wie im Mobilitätsmasterplan festgeschrieben, ist rational nicht nachvollziehbar“, sagte Friesz. Auch wenn es gelingen sollte, Produktionen nach Europa zurück zu verlagern, werde in der EU das Transportaufkommen nicht sinken. Ziel müsse es sein, den Verkehrsträger Straße nachhaltig zu dekarbonisieren. Der Straßengüterverkehr bleibe der wichtigste Verkehrsträger. (ms)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special ÖSTERREICH.

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