Wasserstoff-Lkw auf Diesel-Niveau: Neue Chancen für die Logistik
Sinkende Wasserstoffpreise, der THG-Quotenhandel und mehr Praxiserfahrung verändern die Bewertung von Wasserstoff-Lkw. Im VerkehrsRundschauFunk Podcast spricht Paul J. Bruns, Director Sales & Business Development bei H2 MOBILITY, über die wirtschaftliche Betrachtung von Wasserstoff-Lkw und darüber, in welchen Anwendungsfällen sich die Technologie heute schon rechnet.
Wirtschaftlichkeit als Schlüsselfaktor
Lange galt der Wasserstoff-Lkw als Zukunftstechnologie ohne wirtschaftliche Perspektive. Nach Einschätzung von Bruns hat sich das inzwischen verändert. Durch den THG-Quotenhandel für grünen Wasserstoff und langfristige Liefervereinbarungen lassen sich heute Preisangebote darstellen, die Dieselparität erreichen. In einzelnen Anwendungsfällen seien sogar Kostenmodelle unterhalb des Diesel-Niveaus möglich.
Besonders wichtig ist dabei die Planbarkeit. Während Dieselpreise starken Schwankungen unterliegen, lassen sich für grünen Wasserstoff langfristige Vereinbarungen treffen. Für Speditionen, die ihre Fahrzeuge über mehrere Jahre kalkulieren, schafft das zusätzliche Planungssicherheit.
Praxischeck Wasserstoff
Nicht jede Flotte ist gleich
Ob sich ein Brennstoffzellen-Lkw lohnt, hängt immer vom konkreten Einsatzprofil ab. Vorteile sieht Bruns insbesondere bei schweren Lasten und langen Distanzen. Gleichzeitig können auch bestimmte Verteilerverkehre von Wasserstoff profitieren, etwa wenn hohe Tageslaufleistungen oder fehlende Ladeinfrastruktur am Standort den Einsatz batterieelektrischer Fahrzeuge erschweren.
Deshalb setzt H2 MOBILITY auf individuelle TCO-Analysen, bei denen Diesel-, Batterie- und Wasserstofffahrzeuge anhand realer Einsatzdaten verglichen werden. Ziel ist es, die wirtschaftlich passende Lösung für ein Unternehmen zu identifizieren.
Kurze Stopps, lange Strecken
Wasserstoff in der Praxis testen
Um Berührungsängste abzubauen, bietet H2 MOBILITY einen Wasserstoff-Lkw an, den Unternehmen für kurze Zeiträume mieten und auf ihren eigenen Routen testen können. So erhalten Speditionen belastbare Daten zu Reichweite, Verbrauch und Betriebskosten unter realen Bedingungen.
Die Erfahrungen fallen laut Bruns häufig ähnlich aus. Aus anfänglicher Skepsis wird nach kurzer Zeit Interesse. Fahrer überzeugen die kurzen Betankungszeiten und das Fahrverhalten der Fahrzeuge. Unternehmen erhalten eine belastbare Grundlage für ihre Investitionsentscheidungen. In einzelnen Fällen hätten Betriebe nach ersten Tests sogar Interesse an deutlich größeren Fahrzeugkontingenten entwickelt.
Jetzt Erfahrungen sammeln
Für Logistikunternehmen ist die Frage längst nicht mehr, ob emissionsfreie Antriebe kommen, sondern welche Technologie wirtschaftlich am besten passt. Wer sich frühzeitig mit den Möglichkeiten beschäftigt und praktische Erfahrungen sammelt sich entscheidende Wettbewerbsvorteile auf.
Mehr zum Thema Dieselparität, TCO-Vergleich und den Praxiserfahrungen mit dem Test-Lkw erfahren Sie im vollständigen Interview mit Paul J. Bruns im aktuellen VerkehrsRundschauFunk Podcast.