Mit BGL Charge entsteht ein neues Ladenetzwerk für den Straßengüterverkehr. Über die Plattform können BGL-Mitglieder ihre bestehende Ladeinfrastruktur anderen Mitgliedern zugänglich machen. Die Abrechnung übernimmt Depotcharge, während die Betreiber Preise und Öffnungszeiten selbst festlegen. Ziel ist eine bessere Auslastung vorhandener Ladepunkte für E-Lkw.
Der BGL startet mit Depotcharge ein eigenes Ladenetzwerk. Die Idee ist, Mitglieder mit eigener Ladeinfrastruktur zu vernetzen, diese Infrastruktur besser zu nutzen und dabei marktgerechte Preise zu realisieren.
Die Elektrifizierung des deutschen Straßentransportgewerbes ist immer noch zu niedrig. Als Hauptgrund dafür wird der immer noch zu zögerliche Ausbau der Ladeinfrastruktur verantwortlich gemacht. Um künftig bereits vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen, lanciert der Bundesverband Güterkraftverkehr, Entsorgung und Logistik jetzt „BGL Charge“.
Die Einbindung bestehender Ladepunkte übernimmt der Technologiepartner Depotcharge. In Kooperation mit ihm sollen Mitglieder zu einem halböffentlichen Netz vernetzt werden. BGL-Mitglieder mit eigener Ladeinfrastruktur können diese für andere Mitglieder zur Verfügung stellen.
Die Bepreisung sowie die Öffnungszeiten bestimmen sie dabei selbst. Depotcharge sorgt für die Abrechnung, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Steuersätze für PV- und/oder Netzstrom. Wer sich an BGL-Charge beteiligt, erhält über App oder Tablet Informationen zum jeweils berechneten Endpreis.
Depotcharge sorgt außerdem dafür, dass die vorhandenen Hard- und Softwarelösungen ins System integriert werden. Zugang bekommen die Netz-Mitglieder über einen Dongle, der sowohl die Zufahrt ermöglicht wie auch den Ladevorgang auslöst.
Joscha Specks von Depotcharge verweist bei der Vorstellung von BGL Charge, dass es nicht um den Neubau von Ladestationen geht, sondern um die Vernetzung der bereits vorhandenen Infrastruktur. „Über den Vertragsabschluss mit uns können sich die Mitglieder auf einen rechtssicheren Prozess und eine korrekte Abrechnung verlassen“, so Specks weiter.
Für Preistransparenz sorgt besagte App. Aktuell liegt der Durchschnittspreis bei 30 bis 35 Cent pro kWh. „Wir gehen allerdings davon aus, dass wir im Verlauf des kommenden Jahres auf Preise unter 30 Cent kommen“, so der Depotcharge-Geschäftsführer.
Joscha Specks avisiert, dass mit dem Startschuss zeitnah ein Reservierungssystem kommt, das den Beteiligten die Planung der Ladevorgänge deutlich erleichtern soll.
BGL-Vorstand Dirk Engelhardt wagt bereits einen Blick in die Zukunft und erläutert, dass auch die SVG bereits Interesse bekundet hat, sich zu beteiligen, womit aus dem teilöffentlichen Netz perspektivisch ein öffentliches Netz werden könnte.
„Wir sprechen auch schon mit der VEDA, dem Verband der Deutschen Autohöfe, Milence und Kravag Truck Charging, ob wir dort vorhandene Ladeinfrastruktur nicht ebenfalls in BGL Charge integrieren können“, sagt Engelhardt bei der Präsentation.
Auch der Ladeverbund Elvis ist übrigens vor kurzem eine Kooperation mit Depotcharge eingegangen.