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Autonome Lkw: Weltverkehrsforum schlägt Lizenzsystem vor

Der Generalsekretär des Weltverkehrsforums José Viegas rechnet damit, dass autonome Lkw in den nächsten drei bis zehn Jahren auf öffentlichen Straßen verkehren dürfen
© Foto: ITF

Internationale Experten aus dem Speditionsgewerbe, der Fahrzeugindustrie und von Gewerkschaften empfehlen, das Tempo der Einführung autonomer Lkw vor allem mit Blick auf die Fahrerjobs zu steuern.


Datum:
31.05.2017
Autor:
Stefanie Nonnenmann
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Leipzig. Regierungen müssen sich auf die geordnete Einführung von fahrerlosen Lkw vorbereiten, um mögliche soziale Verwerfungen durch Arbeitsplatzverluste zu verhindern. Das ist die Kernbotschaft einer Studie, die das Weltverkehrsforum (International Transport Forum, ITF) gemeinsam mit drei Partnerorganisationen am Mittwoch in Leipzig vorgestellt hat. Gemeinsam mit dem europäischen Herstellerverband ACEA, dem Weltverband der Spediteure IRU und der International Transport Workers Federation gab die Sonderorganisation des Wirtschaftsverbandes OECD vier Empfehlungen zur Ausgestaltung des Überganges zum fahrerlosen Straßengüterverkehr.

Ihre Vorschläge sind:

- Die Einrichtung eines Übergangsrats mit beratender Funktion speziell zu Arbeitsmarktaspekten. Der Auftrag dieses Gremiums sollte zeitlich begrenzt sein. Repräsentanten der Gewerkschaften, des Speditionsgewerbes, der Fahrzeughersteller und der Regierung des jeweiligen Landes sollten vertreten sein.

- Die Einrichtung eines temporären Lizenzsystems, um die Geschwindigkeit der Einführung selbstfahrender Lkw zu steuern und bei weiterhin fairem Marktzugang einen gerechten Übergang für betroffene Fahrer zu schaffen. Die Regierungen sollten einen Mechanismus finden, der zu der Situation ihres Landes passt. Der Verkauf von Lizenzen an Betreiber, die durch fahrerlose Lkw Kostenvorteile erlangen, sollte ergänzt werden durch Beiträge aller Straßennutzer, die von mehr Verkehrssicherheit profitieren. Als weitere unterstützende Maßnahmen nennen die Experten unter anderem Arbeitsmarktprogramme zu Umschulung von Fahrern und finanzielle Hilfen für die Betroffenen.

- Die Einführung internationaler Standards, Straßenverkehrsregeln und Fahrzeugspezifikationen für selbstfahrende Lkw. Die Harmonisierung der Regelungen für das autonome Fahren über Landesgrenzen hinweg sei von großer Bedeutung, um die Vorteile fahrerloser Lkw im internationalen Güterverkehr vollständig nutzen zu können.

- Die Weiterführung von Pilotprojekten mit autonomen Lkw, um Fahrzeuge, Netzwerktechnologien und Kommunikationsplattformen zu testen. Regierungen, die Industrie und die Forschung sollten im Rahmen ausgewiesener Teststrecken weiterhin versuche im öffentlichen Raum vorantreiben.

Der Generalsekretär des Weltverkehrsforums José Viegas rechnet damit, dass autonome Lkw in den nächsten drei bis zehn Jahren auf öffentlichen Straßen verkehren dürfen. Das sagte er bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch. Die neue Technologie könnte demnach die Nachfrage an Fahrern in den USA und Europa bis 2030 um 50 bis 70 Prozent reduzieren. Bis zu 4,4 Millionen der für dann projizierten 6,4 Millionen Stellen für professionelle Trucker könnten wegfallen, so eines der Szenarien. Selbst wenn der autonome Lkw künftig Berufsanfänger zunehmend davon abhält, den Fahrerberuf zu wählen, könnten immer noch mehr als zwei Millionen Fahrerjobs in den USA und Europa überflüssig werden, schätzen die Experten der Studie zufolge. (ag)

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