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Thesen 2016: Ausschwärmen zum Lagern – marsch, marsch!

Thesen 2016: Ausschwärmen zum Lagern – marsch, marsch!
Serge Voigt ist Redakteur bei der VerkehrsRundschau
© Foto: VR/Erwin Fleischmann

Da gute Mitarbeiter fürs Lager knapp werden, übernehmen gleich ganze Schwärme ihre Arbeit, meint VerkehrsRundschau-Redakteur Serge Voigt.


Datum:
12.01.2016
Autor:
Stefanie Nonnenmann
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In den „Thesen 2016“ befassen sich die Redakteure der VerkehrsRundschau mit den wichtigsten Themen des neuen Jahres. Welche Trends und Entwicklungen bestimmen die tägliche Arbeit von Logistikern? Zugespitzt und kontrovers soll die Thesen-Serie in den ersten Tagen des Jahres 2016 zur Diskussion anregen – nutzen Sie dazu gerne auch die angegebene E-Mail-Adresse oder das Kommentarfeld. Wir freuen uns auf Ihre Meinungen!

 

Ameisen: Im Lager sind die vielbeinigen Krabbler ekelig – in der Natur ein gutes Vorbild für die Lagerlogistik von 2016. Wenn sie auf ihrer Suche nach Essbaren ausschwärmen, um durch den Wald zu streifen, verständigen sie sich umgehend untereinander, sobald sie etwas Schmackhaftes gefunden haben. Fix organisieren sie dann eine Straße für den Transport und lagern das Mahl in der passenden Ecke ihres Baus ein. Tauchen dabei auf ihrem Weg durch das Unterholz Hindernisse auf, machen sie sich gegenseitig darauf aufmerksam und koordinieren gemeinsam eine Umleitung.

Große Lagerbauten, beispielsweise des Versandhändler Amazon, gleichen einem solchen Ameisenhaufen: Heerscharen von Männern und Frauen mit Körben und Rollwagen marschieren durch endloslange Regalreihen und sammeln zusammen, was Kunden im Internet bestellt haben. Allerdings nicht selbst organisiert sondern ferngesteuert: Lagerverwaltungsystem, Pick-Listen und Handheld-Computer sagen ihnen, wo es lang geht und was zu tun ist. Ihre Intelligenz und Kommunikationsfähigkeit nutzt das System wenig. Einzig, wenn sich die Weg zweier ihrer Rollwagen in einem ungünstigen Moment zu treffen drohen, ist ihre Intelligenz gefragt. Die Nachteile des Lagers im Vergleich zum Ameisenbau: Vergeudete Talente und schrumpfende Heerscharen: Denn neben Lkw-Fahrern werden auch gute Mitarbeiter im Lager langsam aber sicher knapper. Das haben internationale und deutsche Studien sowie eine kleine Umfrage der VerkehrsRundschau ergeben.

Räder statt Beine, Elektromotoren statt Muskeln

Die Lösung: Räder statt Beine, Elektromotoren statt Muskeln, Sensoren statt Sinnesorgane und Mikrochips statt Gehirnwindungen – und das zigfach. So gerüstet erobern Schwarm-Technologien das Lager. Autonom fahrende Systeme statt herumwuselnder Zweibeiner schwärmen aus und übernehmen den Warentransport sowie dessen Steuerung im Lagerbau:
Shuttle befördern Kleinteile, Fahrerlose Transportsysteme kutschieren Paletten und seit kurzem fahren Roboter sogar ganze Regale durchs Lager. Dabei sind sie nicht mehr an starre Routen oder fest montierte Fördertechnikstrecken gebunden. Sie navigieren selbst, verständigen sich untereinander, wenn sich ihre Wege kreuzen, verhackstücken miteinander, wer welchen Auftrag übernimmt und halten an, wenn ein Mensch ihnen gefährlich nahe kommt – so wird die im Lager vom Aussterben bedrohte Spezies gleich doppelt geschont. Sollten diese High-Tech-Ameisen bei ihrem Marsch durchs Lager auf ihre Vorbilder aus der Natur treffen, so würde das – trotz aller Technik – für die kleinen Krabbler wohl kein gutes Ende nehmen.

Serge Voigt, VerkehrsRundschau-Redakteur

 

Serge Voigt ist für die Ressorts Fuhrpark+IT, Lager+Umschlag sowie Transport+Logistik zuständig. Der Diplom-Kaufmann und Diplom-Journalist (geboren 1970 in Bremen) arbeitet seit 2009 als Redakteur bei der VerkehrsRundschau.

Ihre Meinung zur These an: serge.voigt@springer.com

Über diesen Link gelangen Sie zu einem Video, das ein Beispiel zu den von Robotern bewegten Regalen zeigt. 

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