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BAG-Bericht: Probleme an der Rampe unverändert vorhanden

BAG Rampe Bericht 2016
Während die befragten Verlader die Lage an den Lkw-Verladerampen eher positiver sehen, beurteilen zwei Drittel der Transporteure die Situtation als unverändert oder sogar schlechter gegenüber dem Jahr 2010
© Foto: VerkehrsRundschau/BAG

Die Lage an Deutschlands Laderampen bleibt nach wie vor kritisch. Vor allem die Transporteure sehen kaum Verbesserungen und beklagen die langen Wartezeiten. Das zeigt der zweite Lagebericht des BAG.

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Köln. Das Bundesamt für Güterverkehr hat im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums zum zweiten Mal die aktuelle Situation an Deutschlands Laderampenanalysiert. Das nun veröffentlichte Ergebnis: Während die befragten Rampenbetreiber die aktuelle Situation an der Laderampe mehrheitlich positiv (84,1 %) bewerten, fällt die Einschätzung durch die Transportunternehmen überwiegend negativ (55,7 %) aus. Jeweils 47,7 % der befragten Verlader geben an, dass sich die Situation seit der letzten Befragung aus dem Jahr 2010 verbessert habe beziehungsweise unverändert geblieben sei. In nur wenigen Fällen berichteten Verlader von einer Verschlechterung der Situation (4,5 %).

Transportunternehmer sehen kaum Verbesserungen

Weniger optimistisch wird die Entwicklung seit dem Jahr 2010 von den befragten Unternehmen des Straßengüterverkehrs beurteilt. Jeweils knapp ein Drittel bewertet die Entwicklung positiv und negativ (jeweils 31,7 %). Über ein Drittel der befragten Transportunternehmen nimmt seit 2010 keine Veränderung (36,7 %) an der Laderampe wahr.

Handbuch wenig bekannt und hilfreich

Das im Jahr 2014 vom BMVI herausgegebene Handbuch „Schnittstelle Laderampe – Gute Beispiele“ ist rund 59 % der Befragten nicht bekannt. Sofern bekannt, wird es von den befragten Unternehmen unterschiedlich eingeschätzt. Die im Handbuch beschriebenen Lösungsansätze werden zu einem großen Teil als nicht hilfreich (44 %) oder neutral (38 %) eingestuft. Ein Anteil von 18 % der befragten Unternehmen bewertet das Handbuch hingegen positiv. Differenziert nach Transportunternehmen und Rampenbetreibern ergeben sich Unterschiede in der Beurteilung des Handbuchs. Während über die Hälfte der befragten Transportunternehmen (53,1 %) die Lösungsansätze als nicht hilfreich bezeichnet, bewertet lediglich rund ein Viertel der befragten Rampenbetreiber (27,8 %) das Handbuch negativ. Im Laufe der Befragung gaben nur wenige befragte Unternehmen an, das Handbuch als Anlass zur Einleitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Situation an der Laderampe genutzt zu haben. Insbesondere die befragten Transportunternehmen sehen sich nicht in der Lage, die vorgeschlagenen Lösungsansätze aus dem Handbuch in der Praxis umzusetzen und geben an, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen überwiegend an Rampenbetreiber adressiert seien.

Wartezeiten von 0,5 bis 6 Stunden

Die Wartezeiten an der Laderampe werden von den befragten Unternehmen mit einer Bandbreite von 0,5 bis 6 Stunden angegeben. Trotz der in Teilen spiegelbildlichen Befragung variieren die Angaben von Transportunternehmen und Rampenbetreibern. Hierbei tendieren die befragten Rampenbetreiber dazu, kürzere Wartezeiten anzugeben als dies bei den befragten Transportunternehmen der Fall ist. Des Weiteren werden vergleichsweise kurze Wartezeiten in Zusammenhang mit Containerterminals, Traileryard-Konzepten sowie Tank- und Silo-Aufbauten verzeichnet. Darüber hinaus geben die befragten Transportunternehmen kürzere Wartezeiten bei Industrie- und Speditionsbetrieben als bei Handelsunternehmen an. Ferner werden die Wartezeiten im Warenausgang überwiegend kürzer beschrieben als im Wareneingang. Ein großer Teil der befragten Unternehmen nimmt die Wartezeiten seit dem Jahr 2010 als unverändert wahr. Ausdehnungen der Wartezeit sind nach Informationen des Bundesamtes in Teilen auf verkürzte Bestellzyklen mit kleiner werdenden Bestellmengen zurückzuführen.

Probleme mit Standgeldern und Palettentausch

Als nach wie vor aktuelle Problemfelder an der Laderampe werden neben den Wartezeiten unzureichende Regelungen zu den Ladetätigkeiten an der Rampe, zur Vergütung von Wartezeiten sowie zum Palettentausch identifiziert. Befragte Transportunternehmen gaben dahingehend an, dass das Fahrpersonal in Teilen ohne schriftliche Vereinbarung zur Be- oder Entladung der beförderten Güter herangezogen werde. Ferner würden Wartezeiten, die über die Lade- und Entladezeit hinausgingen, lediglich in wenigen Fällen vergütet. Letztlich beklagt ein Teil der Transportunternehmen, dass sich die gesamte Aufenthaltszeit an einer Ladestelle durch das Anfahren einer Rampe für Tauschpaletten erhöhe und die Qualität der Tauschpaletten ungenügend sei. Veränderungen gegenüber 2010 sind seitens des Bundesamtes bei diesen Problemfeldern im Zuge der Befragung kaum feststellbar.

Schlechtere Kommunikation

Die Kommunikation und der Umgang zwischen Fahr- und Lagerpersonal an der Laderampe werden von den befragten Unternehmen unterschiedlich beurteilt. Im Allgemeinen bewerten die befragten Rampenbetreiber den Umgang positiver als die befragten Transportunternehmen. Sowohl Teile der Transportunternehmen als auch der Rampenbetreiber nehmen seit 2010 eine Verschlechterung der Kommunikation an der Laderampe wahr. Die befragten Unternehmen begründen dies mit schlechter werdenden Sprachkenntnissen des Fahr- beziehungsweise des Lagerpersonals. Die Anmeldesituation für den Kraftfahrer an der Laderampe wird von den befragten Unternehmen mehrheitlich als zufriedenstellend dargestellt. Überwiegend sei eine wettergeschützte Anmeldung des Fahrpersonals gewährleistet. Schließlich ist ein großer Teil der Ladestellen mit Toiletten und Getränkeautomaten ausgestattet. An kleinen Ladestellen mangelt es häufig an Duschen, Aufenthaltsräumen und Kantinen.

Nahverkehr-Transporteure sehen Zeitfenster kritisch

Der Fokus der in den letzten fünf Jahren eingeleiteten Maßnahmen liegt bei elektronischen Zeitfenstermanagementsystemen, die vermehrt durch die Rampenbetreiber eingesetzt werden. Die Aussagen der befragten Unternehmen deuten auf eine verkürzte Wartezeit hin, sofern die Zeitfenster durch die Kraftfahrer eingehalten werden können. Bei verpassten Zeitfenstern sei die Wartezeit hingegen stark gestiegen. Insbesondere Transportunternehmen, die überwiegend im Nahverkehr tätig sind und täglich mehrere Laderampen anfahren, bewerten Zeitfenstersysteme aus diesem Grund negativ. Zur Verbesserung werden längere und flexiblere Zeitfenster sowie eine digitale Vernetzung der Systeme vorgeschlagen. Maßnahmen, die im Rahmen der Befragung überwiegend positiv bewertet wurden, sind Cross-Docking- und Traileryard-Konzepte sowie Anpassungen der Bestellmengen. (ak)

 

Weitere Informartionen zum Thema sowie den kompletten BAG-Bericht „Abläufe an den Laderampen verbessern“ (Download) finden Sie im Themen-Dossier „Lager-Tore & Rampen

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KOMMENTARE


spedi 01

30.03.2016 - 14:45 Uhr

na Bravo, dafür hat man nun die BAG mit einer (sicherlich sehr teuren)Analyse beauftragt. Es hätte vollkommen genügt , 50 Fuhrunternehmer zu befragen.Es hat und wird sich nichts ändern. Weder in 1 oder 100 Jahren. Die Industrie hat kein Interesse daran , da es Geld kostet etwas zu ändern und die Fuhrunternehmerhalten die Klappe , da sie um die Aufträge fürchten. Seit Beginn meiner Ausbildung zum Spediteur 1982 hat sich die Situation keinen Millimeter verändert.


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