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Entgegen den Trend bei Kombiverkehr sind die Verkehre zu den Ostseehäfen, zum Beispiel nach Lübeck, 2018 stark gestiegen

©Kombiverkehr

Kombiverkehr verliert 2018 Sendungen

Der Operateur verliert gegenüber dem Vorjahr 2,1 Prozent bei den Sendungen. Eine wesentliche Ursache war die Unpünktlichkeit einiger Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Frankfurt/Main. Kombiverkehr hat 2018 insgesamt 937.838 Lkw-Sendungen transportiert. Das waren 2,1 Prozent weniger als 2017 (958.299 Sendungen).

Eine wesentliche Ursache für den Rückgang war die schlechte Qualität im Schienengüterverkehr. „Die Forderung seitens der Kunden aus Spedition und Logistik nach einer durchschnittlichen Leistungsqualität von 85 Prozent im internationalen und 90 Prozent im nationalen Verkehr konnte im vergangenen Jahr von einigen Eisenbahnverkehrsunternehmen leider bei Weitem nicht erbracht werden, was uns auf zahlreichen Verbindungen letztlich Aufkommen gekostet hat“, nennt Robert Breuhahn, Geschäftsführer der Kombiverkehr, einen wichtigen Grund für die Sendungsverluste.

Zehn Prozent der bestellten Züge sind komplett ausgefallen

Damit nicht genug: Zudem hätten rund zehn Prozent der regulär bestellten Züge unter anderem aufgrund fehlender Ressourcen, die auch aus Zugverspätungen auf der Strecke resultierten, nicht angeboten werden. Als Verursacher der Verspätungen gilt vor allem DB Cargo, mit der Kombiverkehr die meisten Züge abwickelt. DB Cargo ist auch zu 50 Prozent an Kombiverkehr beteiligt.

Als weitere Ursache für den Rückgang des Aufkommens nennt Kombiverkehr „lang andauernde und massive Streiks des öffentlichen Dienstes in Frankreich von März bis Anfang Juli“. Diese Streiks hätten zu „erheblich negativen Auswirkungen auf die Verkehre zwischen Deutschland und Frankreich beziehungsweise Spanien und Portugal geführt.“

Zweistelliges Wachstum von und zu den Ostseehäfen

Je nach Marktsegment haben sich die Verkehre unterschiedlich entwickelt. Im nationalen Verkehr hat Kombiverkehr ein Sendungsplus von 1,2 Prozent auf 290.142 Lkw-Sendungen erzielt. Mit 14 Prozent mehr transportierten Containern, Wechselbehältern und Sattelaufliegern war vor allem das Geschäft zwischen den deutschen Wirtschaftszentren und den Ostseehäfen Kiel, Lübeck und Rostock mit Weiterleitung per Fähre nach Skandinavien ein Treiber (insgesamt 90.083 Lkw-Sendungen).

Im vierten Quartal wieder steigende Mengen

Weniger gut fiel hingegen die Bilanz für den internationalen Verkehr aus: Grenzüberschreitend transportierte Kombiverkehr mit 647.696 Lkw-Sendungen 3,6 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr.Immerhin zeichnet sich eine Besserung ab. So verzeichnete Kombiverkehr innerhalb des letzten Quartals 2018 ein positives Ergebnis mit einem Wachstum beim Gesamtaufkommen in Höhe von über zwei Prozent.

Im laufenden Geschäftsjahr konnte das Unternehmen diesen Trend fortsetzen. Breuhahn nannte als Ursache „die Mengenzuwächse im maritimen Verkehr von und nach Rotterdam durch die Umstellung auf das Terminal Neuss“ sowie „die Stabilisierung sowohl der Brenner- als auch der nationalen Verkehre.“ Er prognostizierte, dass das aktuelle Geschäftsjahr aufgrund der notwendigen betrieblichen Optimierungen „ein besonders herausforderndes werden wird“.

Reduzierung der Trassenpreise ist "das richtige Signal"

Ein neues leistungsstarkes Produktionskonzept für die Verkehre zwischen dem Ruhrgebiet und Polen, der neue Kurzshuttle zwischen Hamburg und Kiel-Norwegenkai für Sendungen von und nach Oslo sowie die geplante Verkehrsaufnahme des Zuges Kreuztal/Kornwestheim – Verona v.v. im zweiten Quartal 2019 sollen das Sendungsaufkommen der Gesellschaft weiter ansteigen lassen. „Mit der Reduzierung der Trassenpreise wurde durch die Bundesregierung zudem das richtige Signal für den Aufbau neuer Produkte und die Stärkung des Sektors gegeben“, sagte Geschäftsführerkollege Armin Riedl. (cd).

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KOMBINIERTER VERKEHR STRASSE-SCHIENE.

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