Iveco Nikola Tre in den USA

Basis: Iveco S-Way. Der Nikola Tre FCEV mit Brennstoffzelle unter der Haube

©Iveco

Iveco testet Nikola-Brennstoffzellen-Lkw in Baden-Württemberg

Der Lastkraftwagen wird ab 2023 auf dem sogenannten eWay BW eingesetzt und kann hier direkt mit batteriebetriebenen- und Oberleitungs-Lkw verglichen werden.

Ulm. Nach ersten Feldversuchen in der Schweiz geht bald auch in Deutschland ein Brennstoffzellen-Lkw in den alltäglichen Testeinsatz. Während sich bei unseren Nachbarn der Hersteller Hyundai versucht, wird hierzulande eine Wasserstoff-Zugmaschine aus dem Hause Iveco eingesetzt: das Modell Nikola Tre FCEV.

Feldversuch mit Konkurrenz

Die Teststrecke befindet sich ein paar Kilometer südlich von Karlsruhe, im sogenannten Murgtal. Hier sind eine traditionsreiche Papierindustrie und mehrere Daimler-Werke zu finden. Im Moment wird ein 18 Kilometer langes Teilstück der B462 im Kreis Rastatt zu einer Pilotstrecke für Oberleitungs-Lkw umgebaut. Verantwortlich dafür ist das baden-württembergische Verkehrsministerium. Der sogenannte eWay BW soll im Sommer in Betrieb gehen, wobei die Test-Lkw mit Hybrid-Systemen (Oberleitung/synthetischer Diesel, bzw. Oberleitung/Batterie) angetrieben werden.

Außerdem setzt die Daimler Truck AG seit einiger Zeit auf der Strecke einen Prototyp des eActros im Linienverkehr zwischen Ötigheim und Rastatt ein. Nun wird sich mit dem Nikola Tre auch ein Wasserstoff-Lkw an dem Test beteiligen. Wie der Iveco-Chef Gerrit Marx gegenüber der dpa sagt, soll der Prototyp mit Brennstoffzellenantrieb ab Anfang oder Mitte 2023 auf die Strecke gehen.

Ideale Bedingungen

Damit können im Murgtal drei verschiedene Antriebe im direkten Vergleich getestet werden. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann sagt: „Mit der Einbindung eines Wasserstoff-/Brennstoffzellen-Lkw im Projekt eWay BW ist es gelungen, die erfolgsversprechen-den alternativen Antriebstechnologien für schwere Nutzfahrzeuge in einem Projekt zu vereinen. (…) Oberleitung, Brennstoffzellen/Wasserstoff, batterieelektrische Antriebe und Hybride mit reFuels – das ist einzigartig, weltweit!“

Nikola oder Iveco?

Der Firmenname Nikola war in den vergangenen Jahren einige Male in den Schlagzeilen zu lesen. Besonders laut wurden die Diskussionen, als im September 2020 der damalige CEO Trevor Milton nach Betrugsvorwürfen zurücktrat. Nun scheint sich der Hersteller aufgerappelt zu haben. Seit 2019 besteht ein Joint Venture des US-amerikanischen Startups mit dem Hersteller Iveco. Gemeinsam wird der Nikola Tre gebaut. Der Schwerlast-Lkw basiert auf dem S-Way, kann aber wahlweise mit einer Brennstoffzelle oder Batterie ausgestattet werden.

Die große Testphase auf dem eWay BW startet im Sommer und soll dem baden-württembergischen Verkehrsministerium zufolge bis zum Jahr 2024 andauern.

Lesen Sie auch das umfangreiche Interview der VerkehrsRundschau mit dem Iveco-Chef Gerrit Marx.

(ff)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special GRÜNE LOGISTIK & UMWELTSCHUTZ.

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