IRU-Generalsekretär Umberto de Pretto fordert die Regierungen weltweit zum Handeln auf, damit Unternehmen im Straßentransport nicht insolvent gehen

©BrunoMaesPhoto/IRU

IRU schlägt Alarm: Pleitewelle im Straßentransportsektor droht

Laut einer aktuellen Studie der International Road Transport Union steuern auch viele Unternehmen im Straßengüterverkehr aufgrund der anhaltenden Corona-Krise Richtung Konkurs. Besonders Europa sei betroffen.

Genf. Der Weltdachverband der Straßentransportwirtschaft (IRU) warnt: Neue Untersuchungen würden zeigen, dass die Corona-Krise ein sehr hohes Ausfall- und Insolvenzrisiko in der gesamten Branche weltweit zu Folge hat.

Zu den bewerteten Insolvenzindikatoren gehören laut IRU der Umsatz des Anlagevermögens, der prognostizierte Cashflow und der Wendepunkt bei den realen Einnahmen. Auf einer Risikoskala von eins bis zehn rangierten derzeit alle Regionen der Welt auf den höchsten Niveaus, neun oder zehn. Dies deute auf eine drohende Konkurswelle im Straßenverkehr hin, die verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben werde.

Bedrohung für die globale Wirtschaft

"Die große Mehrheit der über 3,5 Millionen Straßentransportunternehmen, die wir vertreten, sind kleine und mittlere Unternehmen, und sie sind der Klebstoff, der globale Lieferketten und Mobilitätsnetzwerke zusammenhält", sagte IRU-Generalsekretär Umberto de Pretto. Dazu gehören auch Unternehmen im Personenverkehr. Die meisten Mitglieder hätten derzeit Mühe, ihre Rechnungen zu zahlen.

Die Untersuchung zeige, dass die globalen Verluste für den Güterverkehr auf 679 Milliarden US-Dollar (USD) angewachsen sind. Besonders katastrophal ist laut IRU die Lage in Europa, wo die prognostizierten Verluste für Güterverkehrsunternehmen seit dem Sommer um zwei Drittel auf 125 Milliarden USD gestiegen seien. Der Verband appelliert daher an die Regierungen weltweit, Maßnahmen zu ergreifen, damit die Verluste während der zweiten Pandemiewelle nicht noch weiter in die Höhe gehen.

Sofortige Maßnahmen der Regierungen erforderlich

Hilfe sei vor allem in drei Bereichen entscheidend: Barzuschüsse zur Sicherung der Liquidität, Flexibilität bei den Versicherungsprämien und Verzicht auf Steuern und Gebühren. „Ohne sofortige Maßnahmen der Regierungen wird in den kommenden Monaten eine schockierende Zahl von Straßenverkehrsunternehmen in Konkurs gehen“, warnte de Pretto. (sn)

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