Logistikimmobilien Luftaufnahme

Der Markt für Logistikimmobilien entwicklelte sich 2019 sehr ambivalent

©Mayichao/iStock

Immobilien 2019: Logistiker verlieren deutlich

Gemessen am Flächenumsatz hat der deutsche Markt für Logistikimmobilien im Jahr 2019 laut BNP Paribas Real Estate zwar das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten erreicht. Logistikdienstleister stürzen im Nutzerranking gegenüber Industrie und Handel jedoch geradezu ab.

Frankfurt am Main. BNP Paribas Real Estate hat erste Ergebnisse seines Logistikmarkt-Reports 2020 vorgestellt, der im Februar veröffentlicht wird. Demnach konnte der deutsche Markt für Logistikimmobilien nach einem eher verhaltenen Jahresauftakt im zweiten und dritten Quartal 2019 überdurchschnittliche Resultate verzeichnen und kam mit einem Flächenumsatz von 6,9 Millionen Quadratmetern auf das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten.

Logistiker büßen traditionelle Führungsposition im Nutzerranking ein

Das angespannte Konjunkturumfeld - der ifo-Logistik-Indikator fiel im vergangenen Jahr teils deutlich unter die 100-Punkte-Marke – hat dennoch deutliche Spuren hinterlassen. So haben sich Industrieunternehmen mit einem Anteil von knapp 41 Prozent mit großem Abstand an die Spitze der Branchengruppen gesetzt, obwohl sie von der schwächelnden Konjunktur am stärksten betroffen sind. Deutlich weniger als üblich steuern dagegen die Logistikdienstleister bei, die im Nutzergruppenranking auf lediglich 25 Prozent kommen (Vorjahr: 37 Prozent), ihre traditionelle Führungsposition eingebüßen und sich sogar auf dem dritten Rang hinter dem Handel (29 Prozent) einreihen. Laut Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial der BNP Paribas Real Estate sei dieser Trend nicht zuletzt auf anhaltende Umstrukturierungsprozesse zurückzuführen: „Hierzu gehören beispielsweise der weiter wachsende E-Commerce aber auch Flächenbedarfe der Automotive-Branche für den Ausbau der E-Mobilität.“

Große Logistik-Hubs schwächeln

Ein weiteres Ergebnis, das ins Auge fällt: Während die großen Logistik-Hubs zusammengenommen mit einem Umsatz von 2,34 Mio. Quadratmetern rund 20 Prozent unter Vorjahr lagen, wurde außerhalb der großen Ballungsräume Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart ein neuer Flächenumsatzrekord von 4,57 Millionen Quadratmetern verzeichnet. Verantwortlich hierfür seien vor allem die hohen Grundstückspreise in den großen Logistik-Hubs, die Projektentwicklungen zu akzeptablen Mieten zunehmend erschwerten, heißt es seitens des Immobiliendienstleisters. Als Konsequenz wichen immer mehr Nutzer auf Standorte außerhalb der großen Agglomerationen aus.

Höchstmieten spürbar gestiegen

Der Trend zu anziehenden Mietpreisen hat sich derweil auch 2019 fortgesetzt: In mehr als der Hälfte der großen Logistikstandorte hat laut BNP Parisbas die Spitzenmiete zugelegt, am stärksten in Düsseldorf mit 6,5 Prozent auf 5,75 Euro pro Quadratmeter. Aber auch in Köln (5,40 Euro pro Quadratmeter, plus 6 Prozent), Hamburg (6,30 Euro pro Quadratmeter, plus 5 Prozent), Frankfurt (6,60 Euro pro Quadratmeter, plus 5 Prozent) und Stuttgart (7 Euro pro Quadratmeter plus 4,5 Prozent) sind die Höchstmieten spürbar gestiegen. Eine ähnliche Tendenz ist bei den Durchschnittsmieten zu beobachten, die sich in fast allen großen Logistik-Hubs aufwärts entwickelt haben. Hier konnte Berlin (5,90 Euro pro Quadratmeter, plus 7 Prozent) den stärksten Anstieg verzeichnen.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIK-IMMOBILIEN & LAGERHALLEN.

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