Der Hafen Rotterdam verliert in der Krise Umschlagmengen - aber die Verluste sind geringer als gedacht

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Hafen Rotterdam holt im dritten Quartal auf

Im Vergleich zum zweiten Quartal verzeichnete der größte Hafen Europas wieder steigende Umschlagsmengen. Trotzdem hat Rotterdam in den ersten drei Quartalen des Corona-Jahres Federn gelassen.

Rotterdam. Der Hafen Rotterdam hat nach eigenen Angaben im dritten Quartal dieses Jahres 8,8 Prozent weniger Güter umgeschlagen als im Vorjahreszeitraum. Im Containerumschlag waren es trotz der Corona-Krise sogar nur 2,1 Prozent (in Tonnen). Der Rückgang wurde vor allem in den Segmenten Rohöl, Eisenerz, Kohle und Mineralölprodukten verzeichnet.

Nach einem corona-gebeutelten zweiten Quartal verbuchte der Hafen in den vergangenen drei Monaten in vielen Segmenten wieder deutlich steigende Mengen. Vor allem Agrarmassengut, Eisenerz und Schrott, Biomasse und Roll-on / Roll-off fassten am Ende des dritten Quartals wieder Tritt und kehrten zu den Umschlagszahlen vor Covid-19 zurück. Auch wurden im dritten Quartal beträchtlich mehr Container als im zweiten umgeschlagen, heißt es von dem Hafen. Ausgleichen konnten die Mengen die Verluste aus dem zweiten Quartal jedoch nicht.

„Es ist jetzt zu früh, die Schlussfolgerung zu ziehen, dass wir die Talsohle durchschritten haben, sagte Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam. „Dennoch bin ich optimistisch, was die Wiederbelebung der internationalen Handelsströme und die Spannkraft der Wirtschaft betrifft, wobei das Tempo der Erholung selbstverständlich von den weiteren Entwicklungen rund um Covid-19 abhängt.“

Weniger leere Container nach Asien

Die Containermengen sanken insgesamt in den ersten drei Quartalen 2020 um 2,1 Prozent in Tonnen und 4,7 Prozent in TEU. Der Rückgang wurde laut dem Hafen dadurch verursacht, dass die Nachfrage nach Waren in Europa schneller als in China gesunken sei. Bislang seien in diesem Jahr die Importe aus Asien zurückgegangen, wohingegen die Exporte nach Asien gestiegen sind. Auch die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit Rotterdams beim Umschlag von Skandinavien und dem Baltikum nach China habe zu einem höheren Exportvolumen beigetragen. Infolgedessen müssen weniger leere Container als in der Vergangenheit, als es mehr Importe aus Asien und weniger Exporte nach Asien gab, zurückgebracht werden. Angesichts der Anzahl der ausgefallenen Dienste und der Schwere der Covid-19-Krise war der Rückgang des Containerumschlags letztlich sehr gering, so die Einschätzung der Hafenbetreiber.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special SEEFRACHT & HÄFEN.

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