Containerschiff Cosco Hafen Hamburg
Wichtiger Kunde für die HHLA und den Hamburger Hafen: die chinesische Reederei Cosco. Sie hat in Hamburg auch ihre Europa-Zentrale. ©Arndt

Hafen Hamburg: Chinesen drängen auf Terminalbeteiligung

Die Großreederei Cosco übt verstärkten Druck auch bei Elb-Vertiefung aus und droht "mit Verlagerung" von Ladungsmengen

Hamburg. Die chinesische Großreederei Cosco will auch im Hamburger Hafen an einem Terminal beteiligt werden. Das berichtet das Hamburger Abendblatt in seiner Freitag-Ausgabe und bezieht sich dabei auf ein Gespräch mit dem Cosco-Topmann Wei Jiafu, der Teil einer chinesischen Delegation ist, an der großen, durch die Handelskammer Hamburg organisierten Veranstaltung "The Hamburg Summit -China meets Europe" teilnimmt. Jiafu zufolge, bemühe sich sein Unternehmen nunmehr seit "vier Jahren" um eine solche Terminalbeteiligung. Allerdings habe es die Stadt bis heute nicht für nötig gehalten, auf diesen Wunsch zu reagieren, kritisierte der Top-Manager dem Blatt zufolge. Er verwies darauf, dass man zum Beispiel in Antwerpen, aber auch im griechischen Hafen Piräus inzwischen eine solche Beteiligung erworben habe.

Nach Auskunft von Annik Dirkx, Sprecherin des Städtischen Hafenbetrieb Antwerpen (SHA), gehört Cosco zum Gesellschafterkreis des "Antwerp Gateway Terminal", der sich auf dem Linken Scheldeufer befindet. Weitere Gesellschafter sind die Duisburger Hafen AG, die israelische Reederei ZIM und die französische CMA CGM.

Der Coso-Spitzenmann drängt in dem Abendblatt-Interview zudem darauf, dass die Elbvertiefung endlich in Angriff genommen wird. Denn die Reederei werde vermehrt Großcontainerschiffe im Verkehr zwischen Asien und Europa einsetzen. Die XXL-Containerfrachter von 10.000 Standardcontainer (TEU) und darüber hinaus müssen bei einem Anlauf des Hamburger Hafens aufgrund der aktuellen Tiefgangsverhältnisse auf bis zu einem Drittel ihrer Zuladekapazität verzichten. Die Tageszeitung zitiert Wei Jiafu mit dieser Aussage: "Wenn die Elbe nicht tief genug ist, bringen wir unsere Fracht in Häfen ihrer Nachbarländer." Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk wurde der Reederei-Manager noch ein Stück präziser: Rotterdam sei eine Alternative zu Hamburg. Erst kürzlich hatte die Reederei mit dem Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) einen "Stahlpakt" geschmiedet. Darin stellte sie dem Maashafen in Aussicht, die Zahl ihrer Anläufe für Breakbulk-Ladung ab 2011 deutlich zu steigern.

Das Thema "Terminalbeteiligung" wird im Hamburger Hafen bislang mit eher "spitzen Fingern" behandelt. So hat die Reederei Hapag-Lloyd eine rund 25-prozentige Beteiligung am Container Terminal Altenwerder (CTA), der durch die HHLA im Oktober 2002 in Betrieb genommen wurde. Die Rickmers-Reederei hat darüber hinaus eine Beteiligung am Stückgut-Terminal der Firma Wallmann. Für den Fall, dass das Projekt "Central Terminal Steinwerder" (CTS) in Angriff genommen wird, muss die Hamburg Port Authority (HPA) für diese Anlage eine internationale Ausschreibung vornehmen. Damit hätte Cosco theoretisch eine Möglichkeit, sich an dem Terminal zu beteiligen, der nach gegenwärtiger Planung bis Ende des Jahrzehntes mit Mittleren Freihafen gebaut werden soll. Allerdings steht auf dieser Anlage – zumindest nach gegenwärtiger Planung – nicht unbedingt der "Container" im Mittelpunkt. Vielmehr denkt man hier an einen Vielzweck-Terminal mit einem hohen Stellenwert für "logistische Mehrwertleistungen". Die Handelskammer Hamburg befürwortet eine Verankerung der chinesische Reederei innerhalb eines Terminal-Konstruktes.

In Bremerhaven sind Reederei-Beteiligungen an den verschiedenen Container-Terminals im Zuge der gut fünf Kilometer langen Stromkaje hingegen seit Jahren der Normalfall. Sowohl die Maersk-Gruppe als auch MSC haben sich mit jeweils 50 Prozent an Terminals beteiligt. In beiden Fällen ist die Eurogate-Gruppe jeweils der andere Partner. Die "dedicated terminals" gehörten in den zurückliegenden Jahren zu den großen Wachstumsbringern in Bremerhaven. (eha)

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