Weil es in der Corona-Krise weniger zu transportieren gibt, haben Frankreichs Frachtführer viele Lkw von der Straße geholt

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Frankreich: 60 Prozent der Lkw stehen in der Corona-Krise still

Wegen des Quasi-Stillstands der französischen Wirtschaft erhalten viele Transport- und Logistikunternehmen keine Aufträge mehr – vor allem aus der Bauwirtschaft und dem Automobilsektor.

Paris. Wegen des Quasi-Stillstands der französischen Wirtschaft im Zuge der Corona-Krise stehen derzeit 60 Prozent der Lkw still. Das teilte der Gewerbeverband FNTR nach einer Umfrage bei mehr als 2000 Betrieben mit, die in seinen Bereich fallen. Die Mehrzahl der Befragten erklärte, ihre Geschäftstätigkeit sei um über 50 Prozent eingebrochen. Zwei Drittel der Lkw-Fahrer arbeiten demnach in der Bauwirtschaft oder dem Automobilsektor. Seit Mitte März seien die Aufträge massiv eingebrochen.

Für den FNTR zeigt dies an, dass die LLkw „die roten Blutkörperchen der Globalisierung sind“. Sie hielten die Wirtschaft in Gang und versorgten sie mit Sauerstoff. Wenn sie stillstünden, wie im Moment, wo die Bevölkerung zu Hause bleiben müsse, laufe die Wirtschaft nicht mehr. Deshalb habe die französische Regierung vor ein paar Tagen auch keine Liste der unverzichtbaren Gewerbebereiche aufstellen können, so der Güterverkehrsverband, „denn in Wirklichkeit hängen alle irgendwann von Logistik ab“.

Das zeige das Beispiel des elektronischen Handels über Internet. Laut dessen Fachverband Fevad hätten drei Viertel der Online-Händler seit dem Beginn der Ausgangsbeschränkung in Frankreich die Hälfte ihrer Geschäftsaktivitäten eingebüßt. Zwar sei die Zahl der Lieferungen von Lebensmitteln in den letzten Tagen um 100 Prozent gestiegen, aber dieses Geschäftsfeld stelle lediglich zwei Prozent der Verkäufe via Internet dar. (jb/ag)       

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special FRANKREICH – TRANSPORT & LOGISTIK.

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