EMI: Lieferengpässe bremsen Industriewachstum im Mai

Der EMI-Index zeigt, die Lieferengpässe in der deutschen Industrie bremsen das Industriewachstum im Mai

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EMI: Lieferengpässe bremsen Industriewachstum im Mai

Das Wachstum in der deutschen Industrie hat im Mai angesichts immer akuter werdender Lieferengpässe erneut an Dynamik verloren.

London/Eschborn. Die Verzögerungen in der Zulieferung der deutschen Industrie erreichte ein neues Rekordniveau. Zudem trieben die geringe Verfügbarkeit und andauernde Materialknappheit die Einkaufspreise auf bisher nie gesehene Höhen. Das zeigt der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI). Gleichzeitig entfernte er sich weiter vom Rekordwert Ende des ersten Quartals. Mit 64,4 Punkten (April 66,2) notierte der deutsche PMI aber auch im Mai komfortabel in der Wachstumszone.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Im Mai registrierten 33 Prozent der Umfrageteilnehmer Zuwächse in der Produktion, was meist dem wachsenden Auftragseingang zugeschrieben wurde. Immer mehr Unternehmen berichten, dass die zunehmenden Lieferengpässe zu Unterbrechungen oder sogar Produktionsstopps führen.

Die Nachfrage im In- und Ausland war auch im Mai hoch. Dennoch schwächte sich die Wachstumsrate der Neuaufträge im Vergleich zum Rekordhoch vom März weiter ab, wofür vor allem die rückläufigen Trends im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich verantwortlich sind.

Die Zuwächse im Export blieben auf hohem Niveau, schwächten sich jedoch auf ein Drei-Monatstief ab. Erstmals seit mehr als einem Jahr verzeichnete der Konsumgüterbereich hier das größte Plus, da infolge erster Lockerungen die Nachfrage sprunghaft angestiegen war.

Der Geschäftsausblick fiel optimistisch aus und blieb gegenüber dem Allzeithoch vom April (seit Juli 2012) nahezu unverändert. Rund 46 Prozent der befragten Einkaufsmanager zeigten sich zuversichtlich, dass sich die Nachfrage weiter erholen werde, sobald die Pandemie abklingt und die Lieferketten wieder reibungslos funktionieren.

Das Beschäftigungswachstum beschleunigte sich abermals und fiel so kräftig aus wie seit Februar 2018 nicht mehr. Allerdings fiel die Zahl der Firmen, die ein Stellenplus verbuchten, verglichen mit denen, die mehr Neuaufträge verzeichneten, nur etwa halb so hoch aus, da in vielen Fällen Kosteneinsparungen die Einstellungsaktivität einschränkten.

Auch im Mai setzte sich der massive Anstieg der Einkaufspreise fort. Der entsprechende Teilindex schnellte in ungeahnte Höhen und ließ den bisherigen Rekordwert vom Februar 2011 deutlich hinter sich. Fast 90 Prozent der Umfrageteilnehmer meldeten eine Verteuerung gegenüber weniger als ein Prozent, die einen Rückgang verbuchten. Aluminium, Kunststoffe, Stahl und Holz wurden am häufigsten als teurer gemeldet. Höhere Transportkosten wirkten sich ebenfalls preistreibend aus, wie einige Befragte angaben.

Entsprechend dem Trend bei den Kosten zog auch die Inflationsrate der Verkaufspreise merklich an. Der Anteil der Umfrageteilnehmer, die ihre Preise anhoben, stieg vom Rekord im April (36 Prozent) auf ein neues Allzeithoch von 42 Prozent. In allen drei Teilbereichen der Industrie wurden beispiellose Zuwächse verzeichnet, wobei das Plus bei den Herstellern von Vorleistungsgütern besonders kräftig ausfiel. (ste)

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