Deutsche Transport- und Lagerbedingungen (DTLB)

Mit den Deutschen Transport- und Lagerbedingungen (DTLB) wollen die Industrie- und Handelsunternehmen die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp) ersetzen

©IStock/VerkehrsRundschau

DTLB: Rechtsexperte zweifelt an Zulässigkeit der neuen Verlader-AGB

Professor Thomas Wieske bezweifelt, dass die neuen Verlader-AGB „DTLB“ rechtskonform sind. Der Gegenentwurf zur ADSp sei außerdem nicht zeitgemäß und führe zu höheren Transportkosten.

Bremerhaven. Die Ende letzter Woche von einigen Verladerverbänden präsentierten „Deutschen Transport- und Lagerbedingungen (DTLB)“ sind einseitig zugunsten der Auftraggegber formuliert und deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht rechtskonform. Zu dieser Einschätzung kommt der Logistikrechtexperte Professor Thomas Wieske in einem Interview mit der VerkehrsRundschau.

„Es ist fraglich, ob diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach Paragraph 307 BGB zulässig sind“, meint der Leiter des Instituts für Logistikrecht & Riskmanagement (ILRM) an der Hochschule Bremerhaven. Die Vertragsparteien müssten damit rechnen, dass im Streitfall Gerichte die sehr einseitigen DTLB-Bedingungen für unwirksam erklären, so der Rechtsexperte.

Höhere Transportkosten

Die Anwendung der DTLB führe nicht nur zu Rechtsunsicherheit, sondern auch zu höheren Transportkosten, so Wieske weiter. „Es werden den Logistikdienstleistern viele Detailpflichten auferlegt, die bei Standardtransporten mittelständischer Verlader gar nicht relevant sind. Kommt der Spediteur diesen neuen Pflichten aber wirklich nach, werden sich die Transporte aufgrund höherer Kosten verteuern müssen“, sagt der Rechtsprofessor.

Wieske empfiehlt Verladern und Spediteuren, die DTLB nicht zu verwenden. Besser sei es, weiterhin die alten ADSP aus dem Jahr 2003 zu vereinbaren oder die VBGL, die vom Speditionsverband BGL veröffentlichen AGB, anzuwenden.

Komplettes Interview im Themen-Dossier

Das komplette Interview mit Professor Thomas Wieske, Leiter des Instituts für Logistikrecht & Riskmanagement an der Hochschule Bremerhaven (www.ilrm.de), lesen Sie ab 25. September im VerkehrsRundschau-Dossier „Transport-, Speditions- & Logistikrecht“ und in der VerkehrsRundschau-Ausgabe 39/2015, die ebenfalls am 25. September erscheint (zum E-Paper).

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Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special TRANSPORT-, SPEDITIONS- & LOGISTIKRECHT.

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Transport-, Speditions- & Logistikrecht, Wirtschaftsrecht & Verträge, Lkw-Landverkehr & Stückgut, Hochschule Bremerhaven Logistik, Wieske, Thomas

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