Eine Unternehmensumfrage der DIHK ergab: Der Fachkräftemangel ist mittlerweile auf einem höheren Niveau als vor Corona

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DIHK: Personalengpässe in Betrieben nehmen zu

51 Prozent der befragten Unternehmen können Stellen nicht mehr besetzen, weil sie kein entsprechendes Personal finden. Betriebe im Straßengüterverkehr sind besonders massiv betroffen.

+++ Diese Meldung wurde am 22. November um 16.11 Uhr um den Abschnitt "Betriebe im Straßengüterverkehr leiden stark" erweitert +++

Berlin. In Betrieben in Deutschland nehmen Personalengpässe nach einem Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertags zu. In den kommenden Jahren werde es für Unternehmen immer mühsamer, sich gegen den Fachkräftemangel zu stemmen, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks am heutigen Montag, 22. November, in Berlin. Engpässe beim Personal drohten zu einer Wachstumsbremse zu werden.

51 Prozent der befragten Unternehmen sind betroffen

Nach dem aktuellen DIHK-Fachkräftereport, der auf Antworten von rund 23.000 Unternehmen basiert, ist der Fachkräftemangel für die Firmen das größte Geschäftsrisiko. 51 Prozent können demnach zumindest teilweise Stellen nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte finden. Im Herbst hatten davon coronabedingt nur 32 Prozent der Unternehmen berichtet, vor der Pandemie waren es 47 Prozent. Die größten Lücken bei qualifiziertem Personal gibt es den Angaben nach es in der Bauwirtschaft, in der Gesundheitswirtschaft sowie im Maschinenbau.

Insgesamt erwarten laut Report 85 Prozent der Unternehmen negative Auswirkungen vom wachsenden Fachkräftemangel. 43 Prozent rechnen damit, dass sie Aufträge verlieren beziehungsweise ablehnen oder ihr Angebot reduzieren müssen, wenn nötiges Personal fehlt. 2019 waren es 39 Prozent.

Betriebe im Straßengüterverkehr leiden stark

62 Prozent der vom DIHK befragten Unternehmen im Straßengüterverkehr konnten in ihrem Betrieb offene Stellen mehr als zwei Monate nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte gefunden haben. Am meisten gesucht werden Arbeitskräfte ohne abgeschlossene Berufsausbildung, dazu gehören etwa Auszubildende. Dahinter folgen Arbeitskräfte mit dualer Berufsausbildung.

Danach gefragt, wie die Unternehmen auf diese und künftige Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung reagieren wollen, gaben die meisten an, mehr Fachkräfte aus dem Ausland einstellen zu wollen – gefolgt von „Arbeitgeberattraktivität steigern“. „Mehr Ausbildung“ landet bei den Auswahlmöglichkeiten erst auf Platz 4.

Der DIHK fragte die Unternehmen im Straßengüterverkehr auch, welche Folgen sie künftig durch den Fachkräftemangel erwarten. Klare Spitzenreiter bei den Antworten sind „steigende Arbeitskosten“, gefolgt von der Befürchtung, auf Aufträge deshalb in Zukunft verzichten zu müssen. (ste/sn/dpa)

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