Finsterwalder

Die Spedition Finsterwalder leidet unter der Corona-Krise

©Peter Endig/dpa/picture-alliance

BR: Logistikunternehmen berichten von drastischen Einbußen

Der Bayerische Rundfunk hat Transport- und Logistikunternehmen befragt, wie sie die Corona-Krise wegstecken und kommt zu dem Ergebnis: Auf die Größe kommt es an.

München. „Ich habe den Golfkrieg, 9/11 und die Finanzkrise miterlebt, aber die aktuelle Lage ist einzigartig“, beschreibt Gianluca Crestani, Geschäftsführer der Roman Mayer Logistik Group, die aktuelle Situation gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR). Die Rundfunkanstalt hat Logistikunternehmen in Bayern zu den Folgen der Corona-Krise befragt. Der Schluss, den der BR zieht: Je größer ein Unternehmen ist, desto einfacher kann es die Auswirkungen der Pandemie abfedern. Darüber hinaus kommt es stark darauf an, auf welche Warengruppen ein Logistiker spezialisiert ist.

Branche ist in zwei Hälften geteilt

So berichtet Michael Finsterwalder, Chef die Spedition Finsterwalder in Türkheim (Unterallgäu), dass die Branche in zwei Hälften aufgeteilt ist. Vor allem Unternehmen, die Lebensmittel im Nahverkehr transportierten, könnten „nahezu rund um die Uhr fahren“. Andere verzeichnen laut Finsterwalder „drastische Einbußen“. Dazu zählt er sein Unternehmen. Finsterwalder transportiert Produkte der chemischen Industrie, der Papierindustrie und Güter für den Maschinenbau im Fernverkehr. Finsterwalder beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1700 Mitarbeiter, erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von etwa 200 Millionen Euro und zählt 260 Einheiten im Fuhrpark. Außerdem verfügt das Unternehmen über circa 330.000 Quadratmeter Hallenlager und rund 110.000 Quadratmeter Freilager.

Andreas Schmid Logistik in Gersthofen versucht die schlechte Auftragslage aus dem produzierenden Gewerbe laut BR in anderen Bereichen zu kompensieren: Lieferungen im medizinischen Bereich, im stationären und im Online-Handel laufen dort offensichtlich gut. Bei Andreas Schmid sind 1845 Mitarbeiter angestellt, macht einen Umsatz von 161 Millionen Euro und hat 130 eigene Lkw. Dazu kommen laut Unternehmensangaben 340.000 Quadratmeter Logistikfläche. Andreas Schmidt spielt also in etwa in der gleichen Liga wie die Spedition Finsterwalder.

Dachser: Mit Charter-Frachtflügen gegen die Krise

Deutlich größer ist dagegen Dachser. Der Branchenprimus aus Kempten erwirtschaftete 2018 einen Umsatz 5,57 Milliarden Euro und hat keinen eigenen Fuhrpark. Das macht das Unternehmen in der Krise sicher auch flexibler. Darüber hinaus hat Dachser ein breites Portfolio und Kunden aus verschiedenen Branchen. Laut BR kann der Logistikdienstleister das Ungleichgewicht intern auffangen. Engpässen in der Luftfracht durch den Wegfall von Belly-Fracht in Passagierflugzeugen begegne Dachser zum Beispiel mit Fracht-Charterflügen. Allerdings spürt auch Dachser die Corona-Krise und hat zum Beispiel in Spanien Kurzarbeit beantragt. Mehr dazu lesen Sie in der Meldung zur Bilanz-Pressekonferenz des Logistikdienstleisters hier.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special CORONA EPIDEMIEN & SEUCHEN – TRANSPORT UND LOGISTIK.

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