Joachim Herrmann, Lkw-Kontrolle, Polizei

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat an einer Lkw-Kontrollstelle an der A9 den Polizisten bei der Arbeit zugesehen

©Sven Hoppe/dpa/picture-alliance

Bayern: Herrmann kündigt verstärkte Lkw-Kontrollen an

Der bayerische Innenminister lässt jetzt auch landesweit Schwerpunktkontrollen zur Prävention gegen Alkoholmissbrauch bei Lkw-Fahrern durchführen und wünscht sich mehr feste Kontrollstellen.

NEWSLETTER: Bleiben Sie informiert!
jetzt kostenfrei abonnieren
sponsored by

München. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat verstärkte Lkw-Kontrollen angekündigt, um für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen. „Denn Fehlverhalten und technische Mängel haben gerade beim Lkw-Fahren ein hohes Gefahrenpotential und führen oft zu schlimmen Unfällen“, sagte der CSU-Politiker am Montag an einer Lkw-Kontrollstelle an der A9 bei Fahrenzhausen. Weil zuletzt bei Großeinsätzen der Polizei in anderen Bundesländern immer wieder alkoholisierte Fahrer negativ aufgefallen sind, setzen jetzt auch die bayerischen Beamten auf gezielte Abfahrtskontrollen an Lkw-Parkplätzen zur Überprüfung der Fahrtüchtigkeit.

Die erste Schwerpunktkontrolle dieser Art fand am 12. Mai 2019 in Bayern statt. 397 Polizisten prüften landesweit 3291 Lkw-Fahrer vor der Abfahrt auf ihre Fahrtüchtigkeit. 159 Fahrer hatten zum Ende des Lkw-Sonntags-Fahrverbots den gesetzlichen Grenzwert von 0,5 Promille Alkohol in der Atemluft überschritten, davon 74 sogar mehr als 1,1 Promille Atemalkohol. „All diese Lkw-Fahrer durften solange nicht ans Steuer, bis sie wieder verkehrstüchtig waren“, erklärte Herrmann. „Bußgelder hatten sie aber nicht zu befürchten, da sie noch nicht losgefahren waren.“ Es gehe um deren Sensibilisierung und Prävention.

Herrmann will mehr feste Kontrollstationen

Wie der Innenminister weiter erläuterte, kam es 2018 auf Bayerns Straßen zu 18.206 Verkehrsunfällen mit Beteiligung des Schwerlastverkehrs. Dabei starben 134 Menschen (2017: 157) und 5380 wurden verletzt (2017: 5.709). Laut Herrmann wurden rund drei Viertel dieser Verkehrsunfälle von Lkw-Fahrern selbst verursacht. Ursachen waren oft Fehler beim Abbiegen, fehlender Sicherheitsabstand und nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Übermüdung, Ablenkung oder erhebliche technische Mängel. 142 Verkehrsunfälle gingen auf das Konto alkoholisierter oder anderweitig berauschter Lkw-Fahrer (2017: 146). Dabei wurden 45 Personen verletzt und ein Motorradfahrer getötet.

Diese Zahlen sollen weiter sinken. Laut Herrmann nutzt die Bayerische Polizei dafür neben mobilen Lkw-Kontrollen seit einigen Monaten auch speziell ausgestattete Lkw-Kontrollstellen, die etwa über Waagen für den Schwerverkehr oder Anlagen zur automatischen Abstandmessung verfügen. Eine davon befindet sich auf der A8 in Fahrtrichtung Westen im Landkreis Rosenheim, die andere auf der A9 in Fahrtrichtung Süden im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. „Wir arbeiten gerade mit dem Bundesverkehrsministerium und dem bayerischen Verkehrsministerium daran, weitere stationäre Kontrollstellen an bayerischen Autobahnen einzurichten, die möglichst ideale Kontrollbedingungen bieten“, ergänzte Herrmann. Denn die erleichtern in Zeiten von Personalnot die Arbeit der Polizei.

Bayerns Polizei kontrolliert Lkw länderübergreifend

Außerdem kündigte der bayerische Innenminister Herrmann an, dass sich die Bayerische Polizei auch künftig an länderübergreifenden Kontrollaktionen des Schwerverkehrs beteiligen wird. Bereits in dieser Woche findet demnach die länderübergreifende Schwerpunktaktion „Truck & Bus“ des europäischen Verkehrspolizeinetzwerks „TISPOL“ statt. Bei der letzten Kontrollaktion im Oktober 2018 wurden allein in Bayern rund 800 Lkw und Busse beanstandet, 49 Lkw durften unter anderem aufgrund erheblicher Mängel und Verstöße nicht mehr weiterfahren. (ag)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIKREGION BAYERN.

1000px 588px

Logistikregion Bayern, Verkehrspolitik Deutschland, Lkw-Fahrverbote, Digitaler Tachograf & Lenk- und Ruhezeiten

WEITERLESEN: