Unternehmen benötigen zunehmend KI-Kompetenz, um Künstliche Intelligenz sicher und verantwortungsvoll einzusetzen. Das Fraunhofer-Institut FIT hat dafür ein neues Schulungskonzept entwickelt, dass auch auf die Anforderungen des EU-AI-Acts eingeht.
Es ist eine Art Escape-Room-Spiel. Die Teams werden in eine fiktive Krisensituation versetzt.
So sollen Unternehmen den Umgang mit KI trainieren
In dem Spiel hat das Unternehmen eine scheinbar perfekte KI eingeführt: Kassandra. Die Künstliche Intelligenz erfüllt dabei im Unternehmen verschiedene Aufgaben: Sie optimiert Prozesse, analysiert Informationen, erstellt Inhalte und unterstützt Teams im Arbeitsalltag.
Nachdem das System blindes Vertrauen in ihre KI‑generierten Inhalte, einen riskanten Umgang mit sensiblen Daten und Entscheidungen ohne kritische Prüfung der Ergebnisse registriert, stellt es dem Team ein Ultimatum. Nur wenn die Mitarbeitenden beweisen, dass sie ihre KI kompetent und verantwortungsvoll einsetzen können, arbeitet sie weiter mit ihnen zusammen.
Die Spielteilnehmer müssen nun unter anderem Hinweise entschlüsseln und in Business‑Szenarien zeigen, dass sie KI richtig einsetzen können. Dabei sollen sie lernen, Risiken im Sinne des EU AI Act besser einzuordnen, verschiedene KI‑Arten und Einsatzszenarien zu unterscheiden und Ergebnisse von KI‑Systemen kritisch zu hinterfragen.
Kritisches Denken im Umgang mit KI fördern
„Wer KI im Unternehmen einführt, braucht mehr als Tool‑Schulungen – man braucht gemeinsame Erfahrungen, die Vertrauen und kritisches Denken fördern“, sagt Spielentwicklerin und Wissenschaftlerin Marisa Koopmann vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT.
„Genau dafür haben wir Kassandra entwickelt: Als sicheren Experimentierraum für KI‑Kompetenz.“ Einsetzbar wäre das Spiel etwa im Rahmen von Teamtagen, Führungskräfte‑Events oder Weiterbildungs- und Innovationstagen, wie das Fraunhofer-Institut weiter mitteilt.
Studie zeigt wachsende Bedeutung von KI im Arbeitsalltag
Wie wichtig solche Schulungen sein können, zeigt auch eine Umfrage. So hat das Technologie- und Beratungsunternehmen Expleo eigenen Angaben zufolge festgestellt, dass KI immer mehr zum Arbeitsalltag gehört. Es befragte dazu 200 Führungskräfte in Deutschland zur KI-Nutzung in Unternehmen.
- Die Ergebnisse der von dem Berater monatlich durchgeführten Umfrage AI Pulse, zeigen demnach:
- 19 Prozent der deutschen Befragten geben an, ohne KI nicht genügend Zeit zu haben, um ihre täglichen Aufgaben zu erledigen.
- 12 Prozent sagen, der Wegfall von KI-Tools würde keinen Unterschied machen.
- Unter den Führungskräften geben 31 Prozent der befragten Unternehmensinhaber an, dass ihre Arbeit ohne KI deutlich komplizierter wäre.
Unternehmensgröße entscheidet, wie wichtig Beschäftigte KI empfinden
Auch die Größe des Unternehmens habe Einfluss auf den Stellenwert von KI im Arbeitsalltag, teilen die Berater weiter mit:
- Am häufigsten rechnen Beschäftigte in Unternehmen mit 250 bis 999 Mitarbeitenden damit, dass ihre Arbeit ohne KI deutlich stressiger werden würde. Hier liegt der Anteil bei 28 Prozent.
- Bei Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern geben dagegen nur 6 Prozent der Befragten an, ihre Arbeit ohne KI überhaupt nicht mehr ausführen zu können.