Neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge erneut rückläufig

14.04.2026 15:28 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Entwicklung der dualen Berufsausbildung in Deutschland: Zahl der Neuverträge 2025 erneut gesunken, Industrie, Handel und Handwerk bleiben die größten Ausbildungsbereiche (Symbolbild)
© Foto: FG Trade/ GettyImages

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung ist 2025 weiter gesunken. Nach vorläufigen Daten von Destatis dominieren weiterhin Männer den Ausbildungsmarkt, während die Gesamtzahl der Auszubildenden leicht zurückging.

Im Jahr 2025 haben in Deutschland rund 461.800 junge Menschen eine duale Berufsausbildung begonnen. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) entspricht das einem Rückgang von 2,8 Prozent oder 13.300 weniger Neuverträgen im Vergleich zu 2024. Als Auszubildende mit Neuvertrag gelten diejenigen Personen, die einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen hatten und sich zum 31. Dezember 2025 noch in Ausbildung befanden.

Damit setzt sich die bereits im Vorjahr beobachtete Entwicklung fort, nachdem von 2021 bis 2023 leichte Zuwächse verzeichnet worden waren.

Männeranteil weiterhin deutlich höher

Auch 2025 entschieden sich deutlich mehr Männer als Frauen für den Einstieg in eine duale Berufsausbildung. Von den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen entfielen 64 Prozent (295.400) auf Männer und 36 Prozent (166.400) auf Frauen.

Besonders hoch war der Männeranteil im Handwerk und in der Landwirtschaft. Ein gegensätzliches Bild zeigt sich in anderen Ausbildungsbereichen: In den freien Berufen (beispielsweise wie medizinische Fachangestellte oder Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte), in der Hauswirtschaft und im öffentlichen Dienst war der Frauenanteil höher. 

Gesamtzahl der Auszubildenden leicht gesunken

In allen Ausbildungsjahrgängen befanden sich zum Jahresende 2025 insgesamt rund 1.207.900 Personen in einer dualen Berufsausbildung. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 0,8 Prozent oder rund 10.000 weniger Auszubildenden.

Die mit Abstand meisten Auszubildenden waren weiterhin in den Bereichen Industrie und Handel tätig (677.100), gefolgt vom Handwerk mit 342.700 Auszubildenden. In den freien Berufen waren 113.100 Personen in Ausbildung. Der öffentliche Dienst verzeichnete 40.700, die Landwirtschaft 31.400 und die Hauswirtschaft rund 3.000 Auszubildende.

Ausbildungsmarkt: Mehr Stellen als Bewerber gemeldet

Auf dem deutschen Ausbildungsstellenmarkt zeigt sich seit mehreren Jahren ein deutliches Ungleichgewicht: Das gemeldete Angebot an Ausbildungsplätzen übersteigt die Zahl der Ausbildungsplatz-suchenden Personen. Für Ausbildungsbetriebe wird es dadurch zunehmend schwieriger, ihre offenen Stellen zu besetzen.

Ein wesentlicher Grund dafür ist der Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Ausbildungsstellenmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) wider, die regelmäßig Daten zum Verhältnis von Angebot und Nachfrage veröffentlicht. Mehr zu den Probemen auf dem deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt lesen Sie hier.

Jugendliche ohne Anschluss: NEET‑Quote stagniert seit Jahren

Doch obwohl zahlreiche Wirtschaftsbereiche über fehlenden Nachwuchs klagen, ist ein relevanter Teil junger Menschen weder in Ausbildung noch in Beschäftigung eingebunden. Fast jeder zehnte junge Erwachsene gehört zur Gruppe derjenigen, die sich weder in (Aus‑)Bildung noch im Erwerbsleben befinden.
Zur Beschreibung dieser Situation dient der internationale Indikator NEET („Not in Education, Employment or Training“). Er erfasst den Anteil der Erwerbslosen und Nichterwerbspersonen, die sich nicht in Aus‑ oder Weiterbildung befinden, an der Bevölkerung im Alter von 20 bis 24 Jahren.
Trotz der Lage auf dem Ausbildungs‑ und Arbeitsmarkt ist der NEET‑Anteil seit dem Jahr 2012 nicht weiter spürbar gesunken. Die Quote stagniert damit über einen längeren Zeitraum auf ähnlichem Niveau.

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