FahrprofiPLUS-Schulungen: Mehr Gelassenheit am Steuer
Hohe Verkehrsdichte, Termindruck, Aggressionen im Straßenverkehr: Die TÜV SÜD Pluspunkt GmbH kennt sich mit den Herausforderungen aus, mit denen Berufskraftfahrerinnen und -fahrer täglich konfrontiert sind – und bietet Lösungen für mehr Gelassenheit im Alltag.
Laut Verkehrswende-Radar des Thinktanks Agora Verkehrswende ist die Verkehrsdichte in Deutschland fast wieder auf dem Vor-Corona-Niveau. Zudem sorgen zahlreiche Baustellen sowie der steigende Bedarf an Schwerlastverkehren vor dem Hintergrund der Energiewende dafür, dass die soziale Veranstaltung namens „Straßenverkehr“ immer belastender für alle Teilnehmenden wird.
Erst recht für Berufskraftfahrerinnen und -fahrer, die zudem mit Herausforderungen wie überfüllte Parkplätze oder Einhaltung der Lenkzeiten zu kämpfen haben. Im Busverkehr kommen andere Aspekte wie schwierige Gesprächssituationen mit Fahrgästen dazu.
„Man muss ein FahrprofiPLUS sein, um das einigermaßen gesund zu überstehen“, meint Michael Zeissl, Diplom-Verkehrspsychologe und Kooperationspartner von TÜV SÜD. Seit 22 Jahren ist er bei TÜV SÜD Pluspunkt in den Bereichen Verkehrspsychologie, Arbeits- und Gesundheitsschutz tätig.
FahrprofiPLUS für Firmenkunden
Alle FahrprofiPLUS-Schulungen werden online oder auf Wunsch auch als Inhouse-Seminare bei den Unternehmen selbst durchgeführt. Dabei werden unterschiedliche Formate angeboten, etwa ein Fachvortrag (30 Min.) mit Einführung in die Thematik und Grundlagen, ein von Expertinnen und Experten geleitetes Seminar (50 Min.) mit Interaktionsmöglichkeiten sowie eine Kombination mit einem zusätzlichen Workshop sowie Coaching in kleiner Gruppe. Individuelle Arrangements sind ebenfalls möglich. Weitere Informationen gibt es online:
Souveräner Umgang mit fahrbedingtem Stress
Mit „FahrprofiPLUS“ spricht Zeissl das betriebliche Weiterbildungsangebot von TÜV SÜD Pluspunkt für berufliche Vielfahrerinnen und -fahrer an (siehe Infokasten). Die TÜV SÜD Pluspunkt GmbH, die im Jahr 1999 als Tochter des TÜV SÜD Konzerns gegründet wurde, ist bundesweit der größte Anbieter im Bereich der MPU-Vorbereitung, seit 26 Jahren im Bereich der verkehrspsychologischen Beratung tätig und wird von den Behörden anerkannt. Die 40 Mitarbeitenden arbeiten in den Bereichen „Health & Safety“ sowie „Drivers Improvement“. Zudem führen über 60 freie Verkehrspsychologen bundesweit an 40 Standorten und online Kurse durch.
Um Gelassenheit am Steuer zu erlernen und zu vertiefen, hat TÜV SÜD Pluspunkt „FahrprofiPLUS“ ins Leben gerufen, das als Maßnahme des BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement) gilt. Bei diesem Angebot geht es darum, dass Spediteure und andere Unternehmen ihre Mitarbeitenden mental schulen lassen können – getreu der Formel: Mehr Gelassenheit bedeutet mehr Sicherheit und damit mehr Erfolg für alle Beteiligten.
Vor dem Hintergrund der erhöhten psychischen Beanspruchung von Vielfahrerinnen und -fahrern vermitteln die geschulten Verkehrspsychologinnen und -psychologen bei „FahrprofiPLUS“ ein besseres Selbstmanagement zum souveränen Umgang mit fahrbedingtem Stress. Das geht über eine Kombination aus mentalem Training, körperbasierten Entspannungsübungen, Emotionskontrolle und Stressmanagement. Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse und Methoden der modernen Verkehrspsychologie finden dabei ebenso Einbezug wie eine starke Praxisorientierung mit konkreten Verhaltens- und Umsetzungstipps.
Weniger Schäden und Ausfälle
Davon profitieren nicht nur die Betroffenen selbst durch mehr Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit, sondern auch die Unternehmen in Form einer zufriedenen Belegschaft, weniger Unfallschäden, weniger Ausfallzeiten und einer höheren Attraktivität als Arbeitgeber.
„Ein FahrprofiPLUS tritt freundlicher und souveräner gegenüber Kundinnen und Kunden auf, ist fokussierter am Arbeitsplatz, verbessert das Stressmanagement auch in anderen Situationen und verfügt neben fahrerischem Können auch über mentale Fahrkompetenz“, ergänzt Diplom-Psychologe Thomas Wicke, seit dem Jahr 2009 bei der TÜV SÜD Pluspunkt GmbH beschäftigt und seit 2017 ihr fachlicher Leiter.
„Im Laufe der Jahre haben wir das Modell FahrprofiPLUS auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse immer weiter verfeinert und kontinuierlich aktualisiert“, berichtet Zeissl. Zudem lassen sich laut dem Verkehrspsychologen die Inhalte je nach Format und Dauer der Schulung in Absprache mit dem Kunden für bestimmte Zielgruppen auch gezielt anpassen.
So lässt sich für Speditionen zum Beispiel der Aspekt Monotonie bei langen Autobahnfahrten und gleichbleibender Geschwindigkeit integrieren. Außerdem denkt Zeissl beispielsweise an das Thema Stehzeiten als optionale Ergänzung, das in der Schulung behandelt werden kann: Wie kann man Standzeiten zur Entspannung nutzen? Wie ernährt man sich unterwegs gesund?
Restalkohol als Risiko
Auch Grundwissen zum Thema Alkoholabbau lässt sich in die Schulung von „FahrprofiPLUS“ einbauen. „Häufig wird in Standzeiten zum Alkohol gegriffen – und seit der Cannabis-Legalisierung auch mal zu einem Joint“, weißt Zeissl. „Aber ab wann man am nächsten Tag wieder fahrtüchtig ist, ist häufig nicht bekannt, sodass häufig der Lkw zu früh wieder gestartet und ein hohes Risiko für sich selbst und alle anderen Straßenverkehrsteilnehmenden eingegangen wird.“ Die Tragweite solcher Fehleinschätzungen ist groß, laut Zeissl wurden so schon ganze Karrieren beendet.
Mit „FahrprofiPLUS“ lässt sich vorbeugen, da man dort Strategien erlernt, wie man dem stressigen Alltag, der häufig durch enormen Zeitdruck geprägt ist, besser begegnen kann.
Gravierende Folgen
„Dadurch, dass man ein FahrprofiPLUS wird, lassen sich unter Umständen Punkte vermeiden“, so Zeissl. „Oft ist nicht bekannt, wie schnell sich Punkte ansammeln – etwa durch mangelnden Fahrabstand, Überschreitung der Lenkzeiten et cetera.“ Ab acht Punkten, so Zeissl, sei der Führerschein sechs Monate weg: „Das ist ein entscheidender Faktor, wenn man existenziell von der Fahrerlaubnis abhängig ist.“
Wicke konkretisiert weitere mögliche Konsequenzen: „Im Ernstfall kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden. Wird ein Hang zur Aggression im Straßenverkehr erkannt, erhält der Betroffene seinen Führerschein nur wieder, wenn er intensiv an diesem Problem gearbeitet hat.“ Wird das Verhalten sogar als Nötigung gewertet, kann auch eine Geld- oder Freiheitsstrafe drohen.
Zu spät? Droht bereits ein Fahrverbot? TÜV SÜD Pluspunkt bietet auch die verkehrspsychologische Maßnahme namens „Mobil PLUS Prävention“ an. Dieses Kursangebot bietet bei Bedarf die Möglichkeit, vom Fahrverbot absehen zu können. Aber damit es gar nicht erst so weit kommt, wird man am besten frühzeitig ein „FahrprofiPLUS“
TÜV SÜD Ansprechpartner
TÜV SÜD Division Mobility
TÜV SÜD Pluspunkt
Thomas Wicke, Fachlicher Leiter
Tel.: +49 160 96392101
Mail: thomas.wicke@tuvsud.com