Beim Umweltschutz sind sich alle einig, von der CDU bis zu den Linken, von den Unternehmern bis zu den Angestellten: Alle wollen unseren Globus nicht noch weiter verschmutzen. Wenn es jedoch darum geht, für den Umweltschutz zu bezahlen, ist es vorbei mit der Einigkeit.
Das gilt auch für den Straßengüterverkehr. Immer häufiger ist aus dem Markt zu hören, dass die Auftraggeber der Fuhrbetriebe Forderungen oder zumindest Fragen zur CO2-Minderung stellen, sich aber weigern, dafür auch ins eigene Portemonnaie zu greifen. Diese vereinzelten Aussagen werden jetzt durch eine Umfrage der VerkehrsRundschau konkretisiert. 80 Prozent der Verlader sind demnach nicht bereit, für die CO2-Minderung im Straßengüterverkehr mehr zu zahlen.
Sollen sie auch nicht. Zumindest nicht direkt. Denn Umweltschutz geht alle an. Für die damit verbundenen Kosten müssen daher letztlich wir – die Endkunden – aufkommen. Damit sind Transportgewerbe und Verlader aber nicht alle Sorgen los, im Gegenteil. Ihre Verantwortung ist es, in Verbund mit Fahrzeugindustrie und Branchenexperten Lösungen zu entwickeln, die den CO2-Ausstoß verringern. Das kostet Geld. Hier ist es ihre nächste Aufgabe, diese Kosten wie die Maut und andere Kostentreiber über den Preis an den Verbraucher weiterzuleiten. Und mal ehrlich: Wäre es wirklich so schlimm, wenn im Winter die Erdbeeren aus Israel einen Euro teurer würden? Oder die Butter aus Irland oder in Hamburg das Weißbier aus Bayern?
Ja, wird so mancher Weißbier-Fan sagen. Nein, werden diejenigen antworten, die verantwortungsbewusst gegenüber der Umwelt und unseren Nachfahren handeln.
Michael Cordes, Redakteur