In diesen Tagen blickt die Transportwelt mit großem Interesse nach Hannover. Viele Fahrzeughersteller und -ausrüster haben interessante Neuheiten und Facelifts zur IAA Nutzfahrzeuge angekündigt, nachzulesen in den VerkehrsRundschau-Ausgaben der letzten Wochen. Man darf gespannt sein, ob es den LKW-Produzenten gelingt, mit neuen, sparsamen und sauberen Modellen und Baureihen die dramatisch abnehmenden Bestellzahlen auszugleichen. Die schwächelnde Wirtschaftslage, weiter steigende Rohstoffpreise und ein wiedererstarkter Dollarkurs lassen das Gegenteil vermuten.
Ist eine NFZ-Messe immer eine Momentaufnahme dessen, was technisch im Fuhrpark möglich ist, muss man für die richtigen strategischen Entscheidungen die langfristigen Trends im Auge behalten: Wohin entwickeln sich die Energiepreise, wie muss die Flotte der Zukunft aussehen, welche Alternativen zum Dieselmotor gibt es, wann kommt der 26-Liter-Truck, was muss der Straßengüterverkehr von morgen leisten, wie lassen sich Klimaschutz und Mobilität verbinden und hat der Logistikstandort Deutschland überhaupt eine Perspektive? Diese und andere wichtige Fragen beantworten führende Köpfe der Fahrzeug- und Logistikbranche in unserem IAA-Spezial „Die Mega-trends“.
Ohne die Antworten im Einzelnen vorwegnehmen zu wollen: Ja, deutsche Speditionen und Transportunternehmen werden auch in Zukunft gebraucht. Ihre Chance liegt in der Erfahrung, im Fachwissen, in der Flexibilität, in der Kundenorientierung und nicht zuletzt in der Innovationskraft. Immer vorausgesetzt, die Politik sorgt für langfristige Planungssicherheit und missbraucht den Straßenverkehr nicht als bequeme Geldquelle.
Rudolf Gebhardt, Stellv. Chefredakteur