Im Streit um möglicherweise illegale Beihilfen für den Nürburgring verschiebt die EU-Kommission erneut ihre Entscheidung.Sie habe nun der rheinland-pfälzischen Landesregierung den 23. Juli als voraussichtlichen Termin mitgeteilt, sagte der Sprecher des Verkehrsministeriums in Mainz, Joachim Winkler, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „Die Landesregierung hat ein großes Interesse daran, dass noch vor der Sommerpause entschieden und der Verkaufsprozess im Sinne einer guten Zukunftslösung bestätigt wird.“
Der Automobilzulieferer Capricorn hatte kürzlich den insolventen Nürburgring für 77 Millionen Euro gekauft. Zuvor war erst der 11. Juni und dann der 9. Juli für die mit Spannung erwartete Entscheidung der EU-Kommission im Beihilfestreit im Gespräch gewesen. Auch der CDU-Europaabgeordnete Werner Langen nannte am Mittwoch den 23. Juli als Termin.
Langen vermutete, die EU-Wettbewerbsbehörde habe weiterhin Bedenken gegen den Verkauf des insolventen Nürburgrings an den Autozulieferer Capricorn. Mehrere unterlegene Bieter hatten die Entscheidung für das Düsseldorfer Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen angefochten.
Die EU-Wettbewerbsbehörde bewertet nach einem früheren Bericht der „Rhein-Zeitung“ wohl einen Großteil der Nürburgring-Subventionen von 486 Millionen Euro vorläufig als illegal. Der dpa liegt eine inoffizielle Zusammenfassung davon vor. Demnach könnte letztlich der Steuerzahler auf bis zu einer halben Milliarde Euro sitzenbleiben. (dpa)