Bremerhaven steigert Containerumschlag 2025 auf 4,9 Millionen TEU

07.05.2026 11:55 Uhr | Lesezeit: 3 min
Containerterminal Bremerhaven
Containerterminal Bremerhaven: Mit 4,9 Millionen TEU im Jahr 2025 zählt der Standort weiterhin zu den führenden Containerhäfen an der Nordsee 
© Foto: BLG Logistics

Eine aktuelle ISL‑Studie im Auftrag von bremenports bestätigt die zentrale Rolle Bremerhavens im internationalen Containerverkehr. Während der Umschlag 2025 deutlich auf 4,9 Millionen TEU zulegte, zeigt die Analyse im Hinterlandverkehr wachsenden Wettbewerbsdruck und hohe Anforderungen an die Bahninfrastruktur.

Bremerhaven zählt weiterhin zu den führenden Containerhäfen an der Nordsee: Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) hervor, die im Auftrag von bremenports den Containerhinterland‑ und Shortsea‑Verkehr für das Jahr 2024 untersucht hat.

Demnach erreichte der Containerumschlag in Bremerhaven 2024 rund 4,4 Millionen TEU (Twenty‑foot Equivalent Unit). Der Standort erfüllt dabei eine doppelte Funktion: als Gateway‑Hafen für das Hinterland sowie als internationaler Hub für den Umschlag zwischen Übersee‑ und Feederverkehren.

Im Jahr 2025 konnte der Containerumschlag nochmals deutlich gesteigert werden. Mit einem Plus von 10,3 Prozent stieg das Volumen auf 4,9 Millionen TEU.

„Die Studie bestätigt eindrucksvoll: Bremerhaven ist und bleibt ein zentraler Knoten im internationalen Containerverkehr. Unsere Stärke liegt nicht nur im Umschlag selbst, sondern insbesondere in der Anbindung an das Hinterland. Eine leistungsfähige Schiene ist dabei entscheidend, weil sie große Mengen zuverlässig, schnell und klimafreundlich über weite Distanzen transportieren kann und damit die Wettbewerbsfähigkeit unseres Hafens im internationalen Vergleich direkt bestimmt. Genau dort setzen wir an, um Marktanteile zu sichern und neue Wachstumspotenziale zu erschließen“, sagt Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Hafen und Transformation.

Strukturwandel im Containerhinterlandverkehr

Die Studie zeige, dass sich die Struktur der Containerverkehre in den vergangenen Jahren deutlich verändert hat: Während der Transshipment‑Anteil (= der Anteil des Umschlags von einem Schiff auf ein anderes) seit seinem Höchststand Anfang der 2010er‑Jahre rückläufig ist, hat der Hinterlandverkehr relativ an Bedeutung gewonnen. Dieser Bereich ist für Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland von besonderer Relevanz.

Im Wettbewerb mit anderen Häfen – insbesondere Hamburg, Wilhelmshaven sowie den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen – hat Bremerhaven im Hinterlandverkehr Marktanteile verloren. Der Anteil am deutschen Markt sank laut Studie seit 2018 von 21 auf 17 Prozent.

Gleichzeitig zeigen die jüngsten Umschlagzahlen eine positive Entwicklung. Von 2023 auf 2024 stieg das Containeraufkommen um 6,3 Prozent. Von 2024 auf 2025 folgte ein weiterer Zuwachs von über 10 Prozent auf 4,9 Millionen TEU.

Bahnanbindung als entscheidender Wettbewerbsfaktor

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die große Bedeutung des Bahnverkehrs. Mit einem Anteil von über 50 Prozent spielt die Schiene eine tragende Rolle im Containerhinterlandverkehr Bremerhavens.

Bremenports‑Geschäftsführer Robert Howe erklärt: „Mit einem Anteil von über 50 Prozent spielt der Bahnverkehr eine tragende Rolle im Containerhinterlandverkehr Bremerhavens. Für die Entscheidung, in den gerade begonnenen Ausbau unseres Hafenbahnhofs Speckenbüttel zu investieren, ist das eindeutig Rückenwind.“

Gerade in weiter entfernten Regionen wie Bayern, Sachsen oder Tschechien ist Bremerhaven dank leistungsfähiger Bahnverbindungen gut positioniert. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass in diesem Bereich auch die größten Potenziale liegen: Eine zuverlässige und leistungsfähige Bahninfrastruktur ist entscheidend, um Marktanteile zurückzugewinnen, auszubauen und neue Verkehre zu erschließen.

Transshipment: Rückgang durch externe Faktoren

Im Transshipmentverkehr ist der Rückgang seit 2018 laut ISL‑Studie maßgeblich auf externe Faktoren zurückzuführen. Dazu zählt insbesondere der Wegfall des Russlandgeschäfts infolge des Ukraine‑Krieges.

Positiv bewertet die Untersuchung hingegen die weiterhin starke Marktstellung Bremerhavens im Ostseeraum. Vor allem in Polen, Skandinavien und im Baltikum bleibt der Standort ein wichtiger Hub‑Hafen für den Containerumschlag.

Trendwende bestätigt durch Umschlagzahlen 2025

Nach einem insgesamt rückläufigen Umschlag im Vergleich zu 2018 zeigt das Jahr 2024 eine Trendwende, die vor allem durch ein wachsendes Transshipmentvolumen getragen ist. Die inzwischen vorliegenden Zahlen für 2025 bestätigen diese Entwicklung.

Der Containerumschlag stieg auf 4,9 Millionen TEU, der Gesamtumschlag erreichte rund 65,3 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zusammenfassend kommt die ISL‑Studie zu dem Ergebnis, dass Bremerhaven ein leistungsfähiger und international wettbewerbsfähiger Containerhafen bleibt. Um diese Position langfristig zu sichern, kommt der Stärkung der Hinterlandanbindungen – insbesondere der Schiene – sowie der gezielten Weiterentwicklung strategischer Marktsegmente eine entscheidende Rolle zu.

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