Namenswechsel beschlossen: Deutsche Post wird DHL

07.05.2026 12:16 Uhr | Lesezeit: 3 min
DHL Transporter
Deutsche Post heißt künftig DHL
© Foto: Florian Gaertner / photothek.de / picture alliance

Die Deutsche Post nennt sich künftig DHL und ordnet ihre Konzernstruktur neu. Das Brief‑ und Paketgeschäft wird eigene Tochter, der Fokus liegt auf dem globalen Logistikgeschäft.

Die Deutsche Post AG legt ihren traditionellen Konzernnamen ab und firmiert künftig unter dem Namen DHL. Die Aktionäre stimmten auf der Hauptversammlung in Bonn nahezu geschlossen für einen entsprechenden Vorstandsantrag, der neben der Umbenennung auch eine neue Konzernstruktur vorsieht.

Der Namenswechsel soll voraussichtlich zum 1. September wirksam werden, nachdem der Eintrag ins Handelsregister erfolgt ist. Auch an der Börse wird der Konzern künftig unter DHL geführt. Die Umstellung verursacht nach Unternehmensangaben Kosten von rund 37 Millionen Euro.

Globaler Logistikkonzern statt Postunternehmen

Konzernchef Tobias Meyer begründete den Schritt mit der Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahrzehnten. Aus der früheren staatlichen Bundespost sei ein weltweit tätiger Logistikkonzern geworden. Die historisch gewachsene Struktur passe nicht mehr zu dem heutigen Geschäftsmodell.

Tatsächlich entfällt inzwischen nur noch rund ein Fünftel des Geschäfts auf das klassische deutsche Post‑ und Paketgeschäft. Der überwiegende Teil stammt aus internationalen Aktivitäten, etwa im Express‑ und Frachtgeschäft. Bereits vor zwei Jahren hatte der Konzern seine Marke von „Deutsche Post DHL“ auf „DHL“ umgestellt, rechtlich blieb der Name jedoch bestehen.

Deutsche Post AG wird Deutschlandtochter

Ganz verschwindet der Name Deutsche Post AG allerdings nicht. Künftig steht er für eine neu geschaffene Tochtergesellschaft, die ausschließlich für das Deutschlandgeschäft zuständig ist – also für den Transport von Briefen und Paketen.

Diese Gesellschaft erhält einen eigenen Aufsichtsrat, was laut Konzern zusätzliche Verwaltungs‑ und Kontrollkosten von rund drei Millionen Euro jährlich verursacht. Das Brief‑ und Paketgeschäft wird damit strukturell gleichrangig neben den anderen Konzernsparten geführt und ist nicht länger übergeordnet in die Holding eingebettet.

Keine Nachteile für Beschäftigte

Für die Beschäftigten sollen sich laut Konzernführung keine Nachteile ergeben. Löhne, Arbeitszeiten und Schutzregelungen blieben unverändert, auch personelle Änderungen im Management seien nicht geplant. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 534.000 Vollzeitkräfte, etwa ein Drittel davon in Deutschland.

Kritische Nachfragen von Aktionären

Auf der Hauptversammlung äußerten einige Aktionäre Zweifel am wirtschaftlichen Nutzen der Umstrukturierung. Die neue Struktur bringe vor allem mehr Klarheit, entgegnete Meyer. Spekulationen über eine mögliche spätere Abspaltung des deutschen Postgeschäfts wies er zurück. Der Konzern sehe sich weiterhin als geeigneten Eigentümer des Brief‑ und Paketgeschäfts in Deutschland.

Gleichzeitig betonte Meyer, dass dieses Geschäft auf verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen angewiesen sei. Als Universaldienstleister unterliegt die Deutsche Post AG unter anderem Vorgaben zu Filialnetzen, Briefkästen und staatlich genehmigten Portoerhöhungen – die aus Sicht des Unternehmens häufig nicht kostendeckend seien.

Briefgeschäft bleibt schwach

Das deutsche Briefgeschäft entwickelt sich für den Konzern zunehmend schwierig. Durch die Digitalisierung nimmt das Briefaufkommen weiter ab. Im ersten Quartal 2026 ging der Betriebsgewinn im Deutschlandgeschäft deutlich zurück, die transportierte Briefmenge sank um rund 13 Prozent.

Auch aus der Politik kam Kritik an dem Abschied vom traditionsreichen Namen. Es sei schade, dass sich der Konzern international von der Marke Deutsche Post trenne und sie nur noch im Inland verwende, hieß es aus der SPD‑Bundestagsfraktion.


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