Berlin. Nach dem Bankenbeben in den USA und weltweiten Turbulenzen an den Börsen gibt es erste Politiker-Zweifel am Zeitpunkt des Bahnbörsengangs Ende Oktober. "Ich bin skeptisch, ob angesichts der Entwicklung an den Finanzmärkten ein Börsengang der Bahn im Oktober oder November der richtige Zeitpunkt ist", sagte der verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dirk Fischer der Tageszeitung "Die Welt" (Freitag). Aus Bahnkreisen heiße es, man halte am Teilbörsengang Ende Oktober fest, so das Blatt. Laut Fischer ist bei dem bisher zum 27. Oktober erwarteten Verkauf von 24,9 Prozent der Bahntochter DB Mobility Logistics mit Abschlägen bei den Einnahmen zu rechnen. "Es gibt (...) keinen Anlass, übereilt zu handeln", sagte er. Das Bundesfinanzministerium müsse die Lage an den Kapitalmärkten genau beobachten und entsprechend reagieren, was den Zeitpunkt des Börsengangs angehe. Auch der FDP-Verkehrspolitiker Horst Friedrich gehe von geringeren Erträgen aus, berichtet die Zeitung. "Das liegt an der Situation der Finanzmärkte, vor allem aber an den Bedingungen dieser Privatisierung", so Friedrich. "Wenn man Investoren nur 24,9 Prozent anbietet und keinen Einfluss aufs operative Geschäft hat, muss man sich nicht wundern, wenn die Erlöse mager ausfallen." Eine Verschiebung sei allerdings nicht sinnvoll: "Man kann abwarten, aber dann kommt der nächste Crash, und nichts ist gewonnen." Zum Bankenkonsortium, das die Privatisierung der Bahn begleitet, gehören dem Blatt zufolge als globale Koordinatoren Morgan Stanley, Goldman Sachs und UBS. Unter den sogenannten Co-Managern sind Merrill Lynch und BNP Paribas. (dpa/stb)
Zweifel am Bahnbörsengang zum jetzigen Zeitpunkt
Bankenbeben in den USA und weltweite Turbulenzen an den Börsen: Politiker kritisieren Zeitpunkt Ende Oktober / Bahn will an Termin festhalten