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Zapfsäulen nicht geeicht

Auch in Bayern sind 20 Prozent der Zapfsäulen nicht geeicht
© Foto: Norbert Millauer/ddp

Weil das NRW-Landeseichamt zu wenig Leute hat, kommt es beim Eichen von Zapfsäulen nicht hinterher / Das sorgt für Unmut beim Verbraucher


Datum:
14.02.2011
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Köln. Manchmal lohnt sich beim Tanken ein zweiter Blick auf die Zapfsäule: Dort klebt ein kleines, rundes Prüfsiegel mit einer Jahreszahl in der Mitte. Die verrät dem wachsamen Auge, bis wann das Gerät geeicht, also seine Funktionsfähigkeit gewährleistet ist. Und da steht mitunter noch eine alte Zahl. Denn: Das NRW-Landeseichamt kommt mit der Eichung der Zapfsäulen nicht hinterher. Grund dafür ist Personalmangel: Weil die Landesregierung Geld spare, habe das Amt in den vergangenen Jahren immer mehr Stellen abbauen müssen, klagt Eberhard Petit, Direktor des Landeseichamts. Heute hat das Landeseichamt 272 Mitarbeiter, vor zehn Jahren waren es noch 319.

Rund 40.000 Zapfsäulen prüft das Amt jedes Jahr darauf, ob sie noch einwandfrei funktionieren. Ende 2009 waren 8000 noch nicht geeicht, für das Jahr 2010 geht Petit von ähnlichen Werten aus. Laut Wirtschaftsministerium ist der Sparkurs der schwarz-gelben Vorgängerregierung Schuld. Aber das SPD-geführte NRW-Ministerium hat Hilfe zugesagt: Zunächst werde man prüfen, "wie die Situation vor Ort wirklich ist", sagt ein Ministeriumssprecher der dpa.

Rund 550 Beschwerden hat das Landeseichamt im vergangenen Jahr erhalten. Etwa 150 Menschen klagten dabei, dass beim Tanken nicht ausreichend Sprit in ihren Tank geflossen sei. Dagegen vorzugehen wird für die Verbraucher aber problematisch: Schließlich sei es "furchtbar schwierig" nachzuweisen, dass der Kunde tatsächlich zu wenig Sprit erhalten hat, sagt Georg Tryba, Sprecher der Verbraucherzentrale in NRW.

Schon der steigende Preis für das Benzin sorgt bei den Verbrauchern für Unmut. Müssen sie jetzt noch befürchten, weniger Sprit zu bekommen als sie bezahlt haben, wird der Zorn wachsen, glauben Verbraucherschützer. Aber nicht nur die Kunden laufen Gefahr, an der Zapfsäule ein Minusgeschäft zu machen: Auch die Tankwarte könnten durch nicht funktionierende Zapfsäulen Verluste machen, erklärt Tryba. "Da ist die Politik gefordert."

Das sieht Elke Hübner vom ADAC in NRW ähnlich: "Es muss schnellstmöglichst Abhilfe geschaffen werden." Trotzdem warnt sie vor Hysterie: Schließlich sei nicht zwingend gesagt, dass nicht geeichte Zapfsäulen auch nicht mehr funktionsfähig seien. "Die Messabgabe funktioniert eigentlich immer", glaubt Thomas Drott vom Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche. Ein schwacher Trost: Auch den Bayern geht's nicht besser. Dort sind knapp 20 Prozent der Zapfsäulen nicht geeicht. (dpa)

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