Werften unter Schutzschirm

25.02.2009 11:51 Uhr
Wadan Yards
180 Millionen-Kredit für die Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde (Bild: Wadan Yards)
© Foto: Wadan Yards

Finanzierung für zehn Schiffe steht

Wismar/Rostock. Nach monatelangem Bangen kann auf den beiden deutschen Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde nun unter dem finanziellen Schutzschirm des Bundes weitergearbeitet werden. Wie das Unternehmen am Dienstag in Wismar mitteilte, wurde die erste Summe eines vom Bund verbürgten 180 Millionen-Kredits ausgezahlt. Die Finanzierung von zehn Schiffsneubauten sei nunmehr gesichert, die Werften befänden sich „hinsichtlich ihrer Liquidität wieder in ruhigeren Gewässern“. Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU), der zuvor mit befristeten Landeshilfen die Produktion auf den Werften gesichert hatte, rief die Werftleitung auf, die gewonnene Zeit zu nutzen: „Wadan hat jetzt die Möglichkeit die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten, sich sehr konsequent um Aufträge insbesondere auf dem russischen Markt zu bemühen und neue Geschäftsfelder zu erschließen“, betonte er. In den Auftragsbücher der beiden Werften, die sich mehrheitlich in russischem Besitz befinden, stehen derzeit insgesamt noch zwölf Schiffe. Die mit dem Besitzerwechsel 2008 verbundene Hoffnung auf neue Aufträge erfüllte sich bislang nicht. Den Angaben zufolge konnten die Werften, auf denen rund 2300 Menschen beschäftigt sind, seit nunmehr einem Jahr keine neuen Verträge abschließen. Wie das Statistische Amt am Dienstag in Schwerin mitteilte, war der Schiffbau mit einem Minus von 91,5 Prozent im vierten Quartal 2008 (Oktober-Dezember) besonders heftig vom Auftragseinbruch betroffen. Im Zuge der weltweiten Finanzmarktkrise und der rückläufigen Frachtmengen im Welthandel war die Bereitschaft der Banken, Geld für den Bau neuer Frachtschiffe vorzustrecken, dramatisch gesunken. Nachdem es Wadan nicht gelungen war, eine Bank als Kreditgeber für die so genannte Bauzeitfinanzierung zu finden, war im Dezember das Land mit einem auf drei Monate befristeten 60-Millionen-Kredit eingesprungen. Davon seien inzwischen 48 Millionen an das Land zurückgeflossen, hieß es. Die restlichen zwölf Millionen Euro könnten vereinbarungsgemäß bis 2010 als Liquiditätsreserve im Unternehmen verbleiben. Das Zustandekommen des Kreditvertrags über 180 Millionen Euro ist laut Wadan „entscheidend der Konsortialführerin Deutsche Bank zu verdanken, die sich trotz der Finanzkrise als Privatbank engagiert“. Gemeinsam mit der staatlichen KfW-IPEX-Bank sei sie derzeit das einzige Kreditinstitut, das bereit war, den Werften eine mittelfristige Zwischenfinanzierung zu gewähren. Mit den Kreditmitteln würden nun sowohl Material und Dienstleistungen als auch Löhne und Gehälter der Schiffbauer bezahlt. 90 Prozent der Kreditsumme würde über die KfW durch die Bundesregierung garantiert, zehn Prozent des Risikos trage das Konsortium aus Deutscher Bank und KfW IPEX. (dpa)

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