Was ist nicht alles über die enorme Bedeutung der Logistik gesagt worden: Boombranche, Wachstums- und Konjunkturmotor, Schlüsselfunktion im Unternehmen, Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb – Logistiker, zumindest die Führungskräfte, müssten eigentlich Spitzenverdiener sein. Ist das wirklich so? Wer verdient wie viel in der Logistik? Wir wollten es wissen und haben zusammen mit dem Hamburger Vergütungsspezialisten PersonalMarkt eine Untersuchung dieser spannenden Frage initiiert. Was dann kam, konnte keiner vorhersehen. Sagenhafte 13.000 Menschen haben ihre Löhne, Gehälter und Prämien preisgegeben, womit unsere kleine Untersuchung plötzlich zur wohl größten Gehaltsstudie für Logistikberufe in Industrie, Handel und Dienstleistung geworden ist. Um das Ergebnis auf den Punkt zu bringen: Reich wird man als Logistikangestellter nicht. Schon die Logistikführungskräfte in Industrie und Handel sind die am schlechtesten bezahlten Manager in Deutschland – mit einer Ausnahme. Darunter und damit ganz am unteren Ende der Führungsgehälter rangieren nur noch die Geschäftsführer und Niederlassungsleiter mittelständischer Speditionen. So mancher Disponent bei einer Großspedition bringt mehr nach Hause. Aber auch qualifizierte Fachkräfte wie Gefahrgutbeauftragte, Fuhrparkleiter oder Berufskraftfahrer müssen sich mit eher bescheidenen Gehältern abfinden. Der anhaltende Fachkräftemangel in der Logistik dürfte nicht zuletzt auch damit zu tun haben. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Das Spitzensalär der ganzen Studie führt immerhin ein Geschäftsführer eines mittelständischen Logistikdienstleisters mit 350.000 Euro pro Jahr an. Das kleinste Gehalt bezieht übrigens ein Trucker mit nur 15.600 Euro pro Jahr. Urteilen Sie selbst, ob Sie bekommen, was Sie verdienen oder ob sie mehr zahlen, als Sie müssten. Anita Würmser Chefredakteurin
VR-Kommentar zur Logistik-Einkommensstudie
Der Kommentar der Woche von Anita Würmser, Chefredakteurin