Kurz vor der geplanten Brenner-Blockade bereitet der Betreiber der Brennerautobahn A22 in Italien auf die erwarteten Verkehrsbehinderungen vor. Fahrten auf dem Abschnitt von Trient in Richtung Norden nach Österreich sollten auf das „unbedingt notwendige Minimum“ beschränkt werden, empfiehlt der Autobahnbetreiber auf seiner Webseite. Am Samstag ist für Pkw ab 10.30 Uhr kein Durchkommen auf der Fahrt von Italien nach Österreich, für Lkw gilt die Sperre bereits ab 7 Uhr. Von Österreich in Richtung Süden nach Italien gilt die Sperre wiederum von 11 Uhr bis 19 Uhr, für Lkw bereits ab 9 Uhr. Auf italienischer Seite ist der Abschnitt zwischen Brennerautobahn-Mautstelle bis zur Staatsgrenze betroffen. Als Ausweichstrecke wird vom italienischen Betreiber die Route über den Grenzübergang Tarvis empfohlen.
Organisatoren rechnen mit starkem Zuspruch
Die Organisatoren der Brenner-Demonstration am 30. Mai rechnen inzwischen mit erheblichem Zulauf. Er wolle sich nicht auf eine Zahl festlegen, aber die 700 fast ausschließlich positiven Mails, die er aus Österreich, Italien und Deutschland bekommen habe, seien ein ermutigendes Zeichen, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, der „Deutschen Presse-Agentur“. Auch der Tiroler Ministerpräsident Anton Mattle (ÖVP) habe seine Teilnahme als Privatperson zugesagt, berichtete die Nachrichtenagentur „APA“.
Forderung nach höheren Transitgebühren für Lkw
Im Kampf gegen die Belastungen des Transitverkehrs auf dem wichtigen Nord-Süd-Alpenpass übergaben Mühlsteiger und seine Amtskollegen aus dem Wipptal der Tiroler Landespolitik ihren Forderungskatalog. Darin verlangen sie unter anderem höhere Transitgebühren für Lkw, damit die Nutzung des Brenners für den Warentransport künftig weniger attraktiv werde. Aus Sicht der internationalen Alpenschutzkommission CIPRA ist die Demonstration ein deutliches Signal für die wachsende Betroffenheit der Bevölkerung entlang der Transitrouten. „Die Belastungsgrenze ist erreicht, auch auf der italienischen Seite des Brenners“, sagte Elisabeth Ladinser, Präsidentin von CIPRA Südtirol. Neben der allgemeinen Verkehrsreduktion forderte sie eine bessere Abstimmung und faire Verteilung zwischen den Alpenstaaten.