Marode Brücken führen in Nordrhein-Westfalen bereits an vielen Stellen zu Staus und Sperrungen. Akteure aus Politik und Verkehrswesen wollen deshalb ihre Kräfte bündeln und die Sanierung der Bauwerke deutlich beschleunigen, wie die dpa mitteilt.
Bund, Land, Kommunen und Infrastrukturbetreiber wollen die „Modernisierung der nordrhein-westfälischen Brückeninfrastruktur entschieden und verlässlich voranzutreiben“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Funktionierende Brücken seien demnach eine „Grundvoraussetzung für Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit“.
Das Papier soll bei einer Infrastrukturkonferenz am Freitagnachmittag in Düsseldorf unterzeichnet werden. Beteiligt sind der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen, die Deutsche Bahn, die Autobahn GmbH, Straßen.NRW und die Generaldirektion Wasserstraßen. Sie vereinbaren eine engere Zusammenarbeit und wollen ihren Fokus gemeinsam auf die Erneuerung maroder Brücken legen.
Wie will NRW Brückensanierungen beschleunigen?
Nordrhein-Westfalen benötigt nach Einschätzung von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer ein höheres Sanierungstempo. „Deshalb arbeiten wir enger zusammen, räumen Hürden aus dem Weg und beschleunigen die Umsetzung“, sagte Krischer. Schnellere Brücken-Sanierungen sollen verhindern, dass wichtige Verkehrswege vollständig oder zumindest für schwere Fahrzeuge gesperrt werden müssen. Dafür wollen die beteiligten Akteure Planungs- und Bauprozesse vereinfachen sowie Projekte zügiger umsetzen.
Ein wichtiger Ansatz ist der Abbau bürokratischer Hürden. Wird eine alte Brücke ohne wesentliche Änderungen durch einen Neubau ersetzt, soll künftig in vielen Fällen auf ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren verzichtet werden.
Mehr Freiheiten für Bauunternehmen
Bauunternehmen sollen bei der Planung und Umsetzung von Brückenprojekten künftig größere Spielräume erhalten. Bislang machen Behörden häufig detaillierte Vorgaben. Nach der gemeinsamen Erklärung soll es stattdessen stärker darum gehen, „pragmatische Lösungen vor Ort zu finden“. Gleichzeitig soll die Bauzeit bei der Auftragsvergabe stärker gewichtet werden. Wie schnell ein Unternehmen eine Brücke fertigstellen kann, soll zum entscheidenden Vergabekriterium werden.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer setzt außerdem auf neue Bauweisen. Diese könnten die Errichtung neuer Brücken erheblich beschleunigen und dazu beitragen, Einschränkungen auf wichtigen Verkehrswegen möglichst kurz zu halten.