Sao Paulo (Brasilien). Für die Wende bei der von Zahlungsunfähigkeit bedrohten Gesellschaft sorgte ein Urteil der 17. Kammer des Zivilgerichts von Sa Paulo. Darin gab der zuständige Richter, José Paulo Magano, den Klägern um die US-Investorengruppe Matlin Patterson in den wesentlichen Streitpunkten Recht. Der US-Mehrheitseigner hatte seinen brasilianischen Minderheitsteilhaber an VarigLog, die Gruppe Volo-Logistics, wegen des dringenden Verdachts auf Zweckentfremdung hoher Summen verklagt. Dieser Klagepunkt wurde vom Richter nun bestätigt. Zugleich verurteilte er die Volo-Vertreter zur Rückzahlung der veruntreuten Gelder an Matlin Patterson. Die US-Holding muss sich nun einen neuen Partner suchen, da die Landesgesetze eine Mindestgrenze von nationalen Anteilseignern an in Brasilien beheimateten Fluglinien zwingend vorschreiben. Wie ein Brasilien-Repräsentant von Matlin Patterson bestätigt, werde sein Unternehmen kräftig in den Neustart von VarigLog investieren. Außerdem werde eine der beiden MD-11-Frachtflugzeuge, die auf dem Flughafen Miami angekettet war, nach dem jetzt erfolgten Gerichtsurteil wieder in den Flugdienst gehen. VarigLog hat bislang unter anderem Frankfurt-Main im Linienfrachtdienst angeflogen.
VarigLog vor Neustart
Der in Sao Paulo beheimatete Frachtflieger VarigLog konnte die Insolvenz abwenden. Der internationale Flugbetrieb soll in Kürze wieder aufgenommen werden.