Bremen/Bremerhaven. In den Bremer Seehäfen droht eine Entlassungswelle. Der jahrelange Umschlagsboom ist mit der Wirtschaftskrise vorerst Geschichte. In Bremen und Bremerhaven sollen bis Jahresende bis zu 1400 Arbeiter des Gesamthafenbetriebsvereins (GHB) ihren Job verlieren. Die ersten 200 Zeitarbeitsverträge seien bereits ausgelaufen, sagte GHB-Geschäftsführer Hubertus Ritzke am Montag. Nicht davon betroffen sind die fast 5000 Hafenarbeiter der BLG Logistics Group. Die Arbeitsplätze seien sicher, sagte ein Sprecher. Die Umschlagszahlen seien dramatisch zurückgegangen. So hätten sich im Auto-Export die Zahlen gegenüber dem Vorjahresquartal halbiert. Der Containerbereich verzeichnete ein Minus von 25 Prozent. Der Bundestagsabgeordnete und Bremer SPD-Landeschef Uwe Beckmeyer forderte einen "Schutzschirm" für die gesamte maritime Wirtschaft. "Wir müssen darüber reden, wie wir das Arbeitsplatzproblem in allen Häfen lösen", sagte Beckmeyer der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es dürfe nicht nur über die Krise in der Exportwirtschaft geredet werden. Betroffen seien von dieser Entwicklung auch Speditionen, Werften und Umschlagsbetriebe. Das Thema müsse auf der Maritimen Konferenz am kommenden Sonntag und Montag in Rostock besprochen werden. Nach Ansicht von GHB-Chef Ritzke wird die Politik dem Verein nicht helfen können. Dieser bietet seit Jahrzehnten einen Pool von Fachkräften, die bei Bedarf von den Umschlagsfirmen in den bremischen Häfen angefordert werden. In Zeiten der Nichtbeschäftigung werden sie vom GHB bezahlt. Derzeit sind es 2500, davon rund ein Drittel befristet Beschäftigte. "Wir haben uns entschieden, alle Zeitverträge bis zum Ende des Jahres auslaufen zu lassen", sagte Ritzke. Außerdem müssten auch bis zu 500 Festangestellte ausscheiden. "Die Flaute dauert zu lange, unsere Kasse droht leerzulaufen." Kündigungen gebe es noch nicht. Wie viele es tatsächlich würden, entscheide sich in den nächsten Wochen. Niedersächsische Häfen spüren die Krise kaum Die niedersächsischen Häfen spüren die Auswirkungen der Wirtschaftskrise dagegen noch nicht so stark. "Betroffen ist ja vor allem der Containerumschlag und der findet in Niedersachsen kaum statt", sagte Werner Repenning von Hafenbetreiber Niedersachsenport. Dennoch geht auch er davon aus, dass es einen Rückgang bei den Umschlagszahlen geben wird - besonders bei Automobilen, Holz und chemischen Produkten. "Es gibt aber auch Bereiche, wo wir Zuwächse haben, zum Beispiel bei den Windkraftanlagen und Kohle." (dpa)
Umschlagsrückgang: Bremer Häfen verlieren tausende Jobs
1400 Stellen werden gestrichen / Hafenarbeiter der BLG Logistics Group nicht betroffen