Übernahmepoker um Scania geht weiter - Angebot abgelehnt

18.09.2006 10:44 Uhr

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania hat am Montag in Stockholm das Übernahmeangebot seines deutschen Konkurrenten MAN abgelehnt. Der Preis sei nicht fair.

Stockholm/Wolfsburg. In einer Erklärung des Aufsichtsrates hieß es ohne Begründung, die Ablehnung sei einstimmig ausgefallen. MAN hatte ein Angebot über 9,6 Milliarden Euro übermittelt. Die Übernahme solle durch liquide Mittel, Kredite und eine Kapitalerhöhung finanziert werden. MAN biete je Scania-Aktie 0,151 neue MAN-Stammaktien und 38,35 Euro in bar. Die Kartellbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen. MAN hat sich trotz der Ablehnung seiner Scania-Offerte aus Schweden zuversichtlich für eine Übernahme gezeigt. Er sei sicher, dass das Angebot am Ende Unterstützung finden werde, sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson. Sowohl Scania als auch die zur Wallenberg-Familie gehörende Holdinggesellschaft Investor hatte beanstandet, dass die Offerte nicht dem fairen Unternehmenswert entspreche. Unterdessen hat der deutsche Lastwagenbauer mit dem französischen Autobauer Renault vereinbart, dessen Aktienpaket von knapp 5,7 Millionen Scania-Papieren zu übernehmen. Renault hält 2,85 Prozent des Kapitals und 5,18 Prozent der Stimmrechte an Scania. Finanzielle Details der Einigung wurden nicht genannt. Eine Entscheidung über den Volkswagen-Anteil an Scania, VW hält 34 Prozent der Stimmrechte und 18,7 Prozent des Kapitals, ist noch nicht gefallen. Den Vollzug des Angebots erwartet Samuelsson vor Ende 2006. Damit werde der führende LKW-Produzent in Europa entstehen, hieß es in der MAN-Mitteilung. Im weltweiten Maßstab würde das neue Unternehmen Platz drei belegen. Auf Basis der Zahlen für das Geschäftsjahr 2005 errechnet sich für MAN und Scania zusammen ein Umsatz von 18,5 Milliarden Euro und ein operativer Gewinn von 1,4 Milliarden Euro, hieß es in der Mitteilung weiter. Gemeinsam würden MAN und Scania etwa 80.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Hauptverwaltung wäre München, ausgewählte Konzernfunktionen wären in Södertälje angesiedelt. Auch der Sitz von Scania bliebe in Södertälje. MAN beabsichtige, sich in eine europäische Aktiengesellschaft umzuwandeln. Aus dem Zusammenschluss würden sich keine Standortschließungen ergeben.

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