Innsbruck. Nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) Ende Juli das sektorale Fahrverbot im Inntal per Einstweiliger Verfügung untersagt hatte, beriet die Tiroler Landesregierung in einer Krisensitzung über Ersatzmaßnahmen. Voraussichtlich wird bereits im September ein totales Fahrverbot für Lkw der Emissionsklassen Euro 0 und Euro 1 auf der Inntalautobahn (A 12) in Kraft treten. Euro-2-Lkw könnten angehalten werden, sobald die Schadstoffbelastung im Inntal bestimmte Grenzwerte überschreitet. Damit greife Tirol, so Landeshauptmann Herwig van Staa, einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission auf. Die Auswirkungen der geplanten Beschränkungen werden sich allerdings deutlich von jenen des sektoralen Fahrverbots unterscheiden. Nur drei Prozent der Transitfahrzeuge entfallen auf die Euroklassen 0 und 1. Das zeitweilige Verbot von Fahrten mit Euro-2-Lkw würde vor allem den Tiroler Nahverkehr treffen. Die lokalen Transportunternehmer laufen daher auch Sturm gegen die vorgesehene Maßnahme. Nach jüngsten Erhebungen passieren im Tagesdurchschnitt rund 6.700 Lkw die Inntalautobahn. Das Aufkommen hat in den vergangenen sechs Jahren um rund 35 Prozent zugenommen. (vr/rv)
Tirol plant neues Fahrverbot für Inntal–Autobahn
Fahrbeschränkungen für Euro-0- bis Euro-2-Lkw ab September geplant