Berlin. Zur Verringerung von Staus und zur Entlastung der Straßen will Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee mehr Gütertransporte nicht nur auf die Bahn, sondern auch auf Flüsse und Kanäle verlagern. Das entspreche auch dem Willen der Bürger, erklärte der Minister am Mittwoch vor einer Flussgebietskonferenz an diesem Donnerstag in Berlin. "Drei von vier Deutschen würden eine verstärkte Nutzung der Wasserstraßen begrüßen, um die zunehmende Überlastung der Autobahnen zu entschärfen." Das habe eine repräsentative Studie des Emnid- Instituts ergeben. "Immerhin benötigt man 100 durchschnittliche LKW-Ladungen, um ein Binnenschiff zu ersetzen. Dies spricht eindeutig für eine verstärkte Nutzung der Wasserstraßen." Die Emnid-Umfrage bei 1001 Bürgern stammt von Anfang Januar. Tiefensee sagte, die Erhebung habe ferner gezeigt, dass sich eine große Mehrheit der Deutschen gerne an Flüssen aufhält. 64 Prozent seien der Meinung, dass Flüsse zumeist oder immer öffentlich zugänglich sein sollten. Über die Hälfte der Befragten finde, dass sich die Wasserqualität der Flüsse in den letzten Jahren verbessert habe. Verlangt wird aber zugleich eine häufigere "Badequalität". "Die Umfrage zeigt, dass den Menschen in Deutschland ihre Flüsse alles andere als egal sind und dass sie sich auch mit den Nutzungskonflikten auseinandersetzen", sagte Tiefensee. (dpa)
Tiefensee: Mehr Güterverkehr auf die Flüsse
Nach Angaben des Ministers würden drei von vier Deutschen eine verstärkte Nutzung der Wasserstraßen begrüßen, um die zunehmende Überlastung der Autobahnen zu entschärfen